TAEK misst in İzmir: Wurde doch illegal radioaktiver Müll entsorgt?

Die türkische Atomenergiebehörde (TAEK), die bisher frühere Behauptungen, dass nukleare Abfälle in einer verlassenen Fabrik in İzmir vergraben worden seien, zurückgewiesen hat, ist nun doch aktiv geworden. Auf dem verlassenen Werksgelände wurde jetzt eine Messstation installiert. Ein Eingeständnis, etwas versäumt zu haben, ist das allerdings nicht.

Wie die türkische Atomenergiebehörde (TAEK) bekannt gab, sei die Messstation bereits am vergangenen Dienstag, den 11. Dezember, installiert worden. Die Messungen würden seither in Echtzeit an das Katastrophen-Management-Zentrum der Behörde übermittelt. Zudem könnten die Daten online auf www.taek.gov.tr eingesehen werden.

Bereits Anfang Dezember heizte die türkische Zeitung Radikal die Gerüchteküche an und behauptete, dass stark radioaktive Elemente auf dem verlassenen Fabrikgelände in Gaizemir, Izmir vergraben worden seien. Der Bericht, so schreibt nun die türkische Zaman, beschuldigte verschiedene staatliche Stellen, darunter TAEK, den Zustand der ehemaligen Fabrik für Bleiabtrennung zu vernachlässigen. Und das trotz der Kenntnis über dort vergrabene radioaktive und andere toxische Abfälle.

Giftige Abfälle: Behörden sollen seit 2007 davon wissen

Die einstige Fabrik, Aslan Avcı Casting Industry, Inc., steht an einer zentral gelegenen Straße im Izmirer Viertel Gaziemir. Rund 30 Jahre lang wurden dort Bleibarren hergestellt. Die Fläche der Anlage beträgt mehr als 70 Hektar. Zum Einsatz kamen dort alte Bleiakkumulatoren und Altblei. Das meiste Land, so das Blatt weiter, sei dazu verwendet worden, um giftige Abfälle zu begraben. Doch die Praktiken des Unternehmens seien durch die Behörden, die spätestens seit 2007 davon wussten, nicht geahndet worden. Im Zuge der medialen Berichterstattung sei zwar ein Team der TAEK angerückt. Getan hatte sich seither allerdings nichts.

In einem eigenen Bericht stellte die TAEK 2007 fest, dass das Unternehmen Kernstäbchen mit Europium einschmolz, die normalerweise in Kernkraftwerken verwendet würden. Darauf hin durchgeführte Messungen seien jedoch angeblich nur an der Oberfläche erfolgt. Und auch jetzt will man nichts gefungen haben. Nach Angaben der TAEK würde ersten Messungen zufolge die Radioaktivität auch diesmal im normalen Bereich liegen und keine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellen. Die jetzt installierte Messtation sei allein mit Blick auf diese aufgestellt worden.

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