Türkische Moralapostel: Staatsfernsehen sendet „historisch korrekten“ Sultan-Comic

Der türkische Sender TRT gab nun bekannt, eine eigene Zeichentrick-Serie zum Leben der osmanischen Sultane senden zu wollen. Anders als in der umstrittenen Serie Muhteşem Yüzyıl werde den Kindern hier „historisch korrekt“ das Osmanische Reich geschildert. Ein neues Gesetz soll jeden Interpretationsspielraum oder fiktive Filme über historische Personen verbieten.

Das türkische Staatsfernsehen TRT will im kommenden Jahr eine Zeichentrickserie starten, die von dem Leben der osmanischen Sultane erzählt. Der Sender verfolge dabei ein ganz bestimmtes Ziel. Denn die Serie werde nicht nur zu Unterhaltungszwecken dienen. Zudem solle der Cartoon schon die Kleinsten „historisch korrekt“ wie der Leiter des Senders, İbrahim Şahin, betont, über das Osmanische Reich informieren.

Was Şahin damit meint, liegt auf der Hand. Seit Monaten wird über die in der Türkei über eine überaus erfolgreiche TV-Serie debattiert – und das sogar im Parlament. Muhteşem Yüzyıl, die das Leben von Sultan Süleyman zum Thema hat, fesselt mit jede Woche ein Millionenpublikum an den Fernseher. Der Regierung ist die fiktive Serie allerdings ein Dorn im Auge. Es schildere historische Begebenheiten falsch und führe deshalb zu Vorurteilen in der Gesellschaft. „Zum Schutz der Kinder“ müsse es deshalb verboten werden, historische Figuren im TV zu thematisieren, fordert nun die AKP (es soll ein Gesetzesentwurf folgen – mehr hier).

Neun Folgen der neuen Serie für Grundschüler seien bereits fertig. Im Gegensatz zu anderen Verfilmungen wird das Leben aller Sultane gezeigt. Vielmehr verfolge die TRT-Serie damit eine pädagogische Absicht.

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