21. Dezember: Türkisches Dorf Şirince soll aus Weltuntergang kein Kapital schlagen

Die vermeintlich letzte Woche ist angebrochen. Der 21. Dezember, der Tag, an dem die Welt untergehen soll, rückt näher und näher. Im türkischen Şirince, einem der zwei Orte, die wohl verschont bleiben, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Derweil mehren sich Stimmen, die mahen, Touristen nicht auszunutzen.

Das kleine türkische Dorf in der Region İzmir erlebt durch den von vielen falsch interpretierten Maya-Kalender derzeit eine wahren Touristenboom (die Mayas hatten eine völlig andere Weltsicht – mehr hier). Die Bettenkapazitäten steigen, die Preise allerdings auch. Die Hoteliers und Gastronomen in dem anatolischen Örtchen schlagen aus der Apokalypse-Hysterie Kapital. Mittlerweile werden aber auch Warnungen laut: Die Dorfbevölkerung solle bei den Auswärtigen einen guten Eindruck hinterlassen.

Weltuntergang macht Şirince weltweit bekannt

Ohnehin hält man sowohl in hohen geistlichen als auch politischen Kreisen wenig von den global beschworenen Weltuntergangstheorien. Nach dem Amt für Religiöse Angelegenheiten mischte sich zuletzt Kulturminister Ertuğrul Günay ein – wenn auch versöhnlich. „Nach unseren Überzeugungen und wissenschaftlichen Daten gibt es am 21. Dezember keinen Weltuntergang. Doch Leute, die aus dem Grund diese schöne Region besuchen wollen, sind herzlich willkommen.“ Grundsätzlich, so zitiert ihn die Zeitung Hürriyet, stehe er solchen Verschwörungstheorien nicht im Wege, wenn sie denn auch förderlich für die Wirtschaft seien. Immerhin sei Şirince so nun auch weit außerhalb der Türkei bekannt geworden. Diejenigen, die es nun geschafft hätten, ein Zimmer zu ergattern, würden am 22. Dezember dort sicherlich ein vortreffliches Frühstück zubereitet bekommen.

Appell an die Geschäftswelt: Faire Preise, gute Behandlung

Insgesamt erachtet er den Weltuntergangstag als äußerst wichtig für die Bewerbung des Ortes. Der 21. Dezember könnte sich sogar zu einer kleinen Tradition entwickeln. Unter gewissen Voraussetzungen: „Ich werde meine Freunde und Kunsthandwerker in Şirince bitten, die Preise nicht anzuheben und keine schlechten Produkte an die Touristen zu verkaufen. Das könnte die Chance sein, denn die Leute könnten die Gegend noch einmal besuchen, wenn sie einen guten Eindruck hinterlassen hat.“ (teils stiegen die Bettenpreise rasant – mehr hier) Ins gleiche Horn bläst übrigens auch der Kultur- und Tourismusdirektor der Region, Abdülaziz Ediz. Er appellierte ebenfalls an die Einheimischen dafür zu sorgen, dass die Besucher einen guten Eindruck von der Gegend erhalten. Gerade Ladenbesitzer sollten sich hüten, die Leute auszubeuten. Außerdem sollte darauf geachtet werden, Gesundheits-und Hygienebedingungen einzuhalten.

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