Trotz Verbot im eigenen Land: Ayatollah Ali Chamenei ist jetzt bei Facebook

Zwar ist Papst Benedikt der XVI. seit dem 12. Dezember auf Twitter aktiv, auf Facebook ist das Oberhaupt der Katholischen Kirche allerdings noch nicht. Hier ist ihm der oberste religiöse und politische Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, eine Schritt voraus. Obschon das Netzwerk in seinem eigenen Land verboten ist, hat er seit dem 13. Dezember 2013 dort eine eigene Seite.

Die ganze Welt blickte am 12. Dezember gen Rom, als Papst Benedikt XVI. seine erste Twitternachricht versandte (auf Youtube ist er bereits präsent – mehr hier). Mit Spannung wurde erwartet, was fortan via @pontifex zu lesen sein würde. Von diesem „Quantensprung“ in der christlichen Tradition fast unbemerkt hat der oberste religiöse und politische Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, seine Aufholjagd gegenüber dem Westen fortgesetzt. Nicht nur auf Twitter wollte der 73-Jährige offenbar der Erste sein, sondern Joseph Ratzinger auch in Sachen Facebook abhängen. Seit 13. Dezember, so berichtet unter anderem die türkische Zeitung Hürriyet, ist er bzw. seine Mitarbeiter dort mit einer eigenen Seite aktiv und hat mittlweile rund 15.500 „Gefällt mir“-Angaben kassiert – Tendenz rasant steigend.

Ob es sich hierbei nur um einen blanken Wettstreit mit dem Pontifex handelt, oder mehr dahinter steckt, ist unklar. Es ist jedoch zu vermuten, dass es hier vor allem um eines geht: Die Demonstration technischer Fortschrittlichkeit gegenüber dem verhassten Westen. Erst vor kurzem wurde ein solcher Versuch schon einmal unternommen. Anfang Dezember hat der Iran zur Abgrenzung gegenüber der westlichen Internetwelt einen Gegenentwurf zur Google-Plattform YouTube gestartet (Die Website  namens „Mehr“, was auf Farsi so viel wie „Zuneigung“ bedeutet, wendet sich ab sofort an den gesamten persisch sprechenden Raum – mehr hier). Bereits seit den Unruhen im Jahr 2009 setzt der Iran alles daran, seinem Volk den Zugang zu Facebook als auch zu Twitter und Youtube zu verwehren.

Nach Ansicht von Fachleuten handelt es sich bei der nun gelaunchten Seite jedenfalls nicht um einen Fake. Das US-Außenministerium, so berichtet Associated Press, würde zudem mit großem Interesse verfolgen, wie sich die Kommentare auf der Pinnwand der Seite gestalten. Darüber hinaus sei man natürlich auch neugierig, wie viel „likes“ Chamenei erhalten würde (denn auch der nordkoreanische Führer Kim Jong Un erfreut sich offenbar größter Beliebtheit – mehr hier).

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