Von Turkish Airlines verstoßen: „Muhteşem Yüzyıl” läuft jetzt bei Emirates

Des einen Leid ist des anderen Freud: Während Turkish Airlines - ganz auf Linie des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdoğan - die beliebte TV-Serie „Muhteşem Yüzyıl” vorsorglich aus dem Programm genommen hat, schlägt die Konkurrenz von Emirates nun ordentlich zu. Die Fluggesellschaft hat die ersten zwölf Folgen des umstrittenen Formats gekauft, um diese künftig auf ihren Flügen zu zeigen.

„Muhteşem Yüzyıl”, das zuletzt dem türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan wegen seiner Darstellung von Sultan Süleyman dem Prächtigen persönlich ein Dorn im Auge war und nun sogar ein gesetzliches Verbot zu befürchten ist (es existiert bereits ein entsprechender Gesetzesentwurf – mehr hier), gilt nun als die erste türkische Produktion, welche von der arabischen Fluglinie in ihr Programm aufgenommen wurde. Das berichtet die türkische Hürriyet.

Wie viel Emirates für die ersten zwölf Folgen der beliebten TV-Serie bezahlt hat, ist nicht bekannt. Günstig zu haben dürfte sie allerdings nicht gewesen sein. Mittlerweile werden die türkischen Formate teils sogar teurer gehandelt als bekannte US-Produktionen. Der Export von TV-Serien ins Ausland hat sich mittlerweile zu einem echten und vor allem rasant wachsenden Wirtschaftssektor entwickelt. Allein in diesem Jahr nahmen die Verkäufe um rund 26 Prozent zu. Im Nahen Osten und in den Balkan-Staaten stehen türkische Serien bereits an der Spitze der Beliebtheitsskala (jetzt soll der Westen erobert werden – mehr hier). Zum ersten Mal wird eine türkische TV-Show demnächst übrigens auch im schwedischen staatlichen Fernsehen zu sehen sein. So plant die schwedische Version von TRT, Sveriges Television (STV), die beliebte Serie „Son“ mit Yiğit Özşener, Nehir Erdoğan und Berrak Tüzünataç auszustrahlen.

Kurz nach Bekanntwerden der Kritik des Premiers zeigte sich die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines (THY) voll auf Linie mit dem jüngsten erz-konservativen Bestrebungen der AKP und hat die Serie vorsorglich aus dem Programm an Bord aller Inlandsflüge genommen. Einzig in den Bordmagazinen ist diese noch vorhanden, da die Ausgabe noch vor den kritischen Äußerungen des Premies gedruckt und verteilt wurden (Die Türkei unternimmt überdies erneut den Versuch, Kritiker wie Fazil Say mundtot zu machen – mehr hier).

Mehr zum Thema:

Türkische Moralapostel: Staatsfernsehen sendet „historisch korrekten“ Sultan-Comic
Nächster Hieb von RTÜK: Jetzt hat CNN Türk den Propheten beleidigt
RTÜK: Simpsons-Strafe soll Kinder, nicht Gott schützen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.