Es gibt keine sicheren Orte mehr: UN bittet um 1,5 Mrd. Dollar Not-Hilfe für syrische Flüchtlinge

Gut 1,5 Milliarden Dolllar - um diesen Betrag bitten die Vereinten Nationen für syrische Flüchtlinge allein in den kommenden sechs Monaten. Die Lage der Menschen im türkischen Nachbarstaat wird immer aussichtsloser. Nach Ansicht der UN gebe es im Augenblick „keine sicheren Gebiete mehr, in die sie fliehen können“. Bis zum Juni, so wird gewarnt, könnte sich ihre Zahl in den Nachbarländern gar auf eine Million verdoppeln.

„Der Konflikt wird immer brutaler und wahlloser und hat bereits einen hohen Tribut gefordert“, so das UN-Büro für Nothilfekoordinierung (OCHA) in einer Erklärung. Die Gewalt in Syrien wüte im ganzen Land, verdeutlicht der für Syrien zuständige UN-Hilfekoordinator, Radhouane Nouicer, vor Reportern in Genf die Situation. „Es gibt wirklich keine sicheren Gebiete mehr, in die die Menschen fliehen können. Das Ausmaß dieser humanitären Krise ist unbestritten.“ Der Aufruf der Vereinten Nationen diene, so Nouicer weiter, der Finanzierung von Aktivitäten in den kommenden sechs Monaten. Doch eigentlich seien weit mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar nötig. „Wir sind jedoch realistisch.“

Allein in Syrien brauchen 2 Millionen dringend Hilfe

Im gesamten Jahr 2012, das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, habe die UN gerade einmal um 835 Millionen US-Dollar gebeten, um den Syrien innerhalb und außerhalb des Landes zu helfen. Erhalten habe man lediglich 525 Millionen. „Die Zahl der Menschen, die innerhalb Syriens Hilfe benötigen, hat sich von einer Million im März 2012 auf vier Millionen im Dezember vervierfacht“, heißt es bei OCHA weiter. Allein die Zahl derjenigen, die vor dem brutalen Regime Bashar al-Assads geflohen sind, aber sich immer noch innerhalb Syriens aufhalten, wird derzeit auf rund zwei Millionen geschätzt. Diese seien in einer verzweifelten Lage, bräuchten dringend Lebensmittel, Obdach, Wasser und medizinische Versorgung (ginge es nach der Türkei, würde Assad bis März 2013 fallen – mehr hier).

Bis Sommer 2013 rund 1 Million Flüchtlinge in Nachbarländern

Die meisten der beantragten Mittel für das erste Halbjahr des Jahres 2013 seien jedoch für die steigene Anzahl an Menschen nötig, die das Land bereits verlassen hätten. Das UN-Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR) brauche bis Ende Juni gut eine Milliarde Dollar. Bis dahin werde die Zahl der registrierten Flüchtlinge in Jordanien, im Irak, im Libanon, in der Türkei und Ägypten rund eine Million erreicht haben, fast doppelt so viele wie die 523,631 registrierten mit Stand vom 17. Dezember. Schon jetzt ist die aktuelle Zahl bereits sieben Mal höher als im März, als 70,000 Syrer im Ausland registriert waren (diejenigen mit Pass dürfen in der Türkei bis zu einem Jahr bleiben – mehr hier).

Mehr zum Thema:

Hilfe für syrische Flüchtlinge: Türkei führt Debit Cards ein
Syrische Flüchtlinge in der Türkei: Menschen mit Pass dürfen ein Jahr bleiben
Parlamentssprecher Cemil Çiçek: Türkei wird mit dem Flüchtlingsproblem alleingelassen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.