Chemische Waffen: Türkei sieht keine unmittelbare Bedrohung aus Syrien

Noch Mitte November äußerte der türkische Präsident Abdullah Gül die Sorge, dass Syrien seine chemischen Waffen gegen die Türkei richten könnte. Jetzt wiegelt Außenminister Ahmet Davutoğlu ab. Man erwarte nicht, dass Syrien seine chemischen Waffen in unmittelbarer Zukunft einsetze. Auf der anderen Seite wolle man aber auf eine solche Gefahr vorbereitet sein.

„Wir sehen keine unmittelbare Gefahr chemischer Waffen, aber das Risiko besteht immer. Es besteht immer die Gefahr, wenn man die notwendigen chemischen Waffen und Raketen hat“, so Davutoğlu während einer Pressekonferenz mit seinem finnischen Amtskollegen Erkki Tuomioja, in Helsinki.

Nach Angaben von US-Offiziellen habe man Geheimdienstinformationen, wonach Syrien Komponenten chemischer Waffen bewege. Gleichzeitig wurde davor gewarnt, dass der Einsatz solcher Waffen das Überschreiten einer „roten Linie“ bedeute, die eine militärische Aktion auslösen könnte. Das syrische Regime selbst dementiert vehement und verweist stattdessen auf eine entsprechende Gefahr von Seiten der syrischen Opposition.

Danach gefragt, ob auch der türkische Geheimdienst spezifische Informationen über chemische Waffen in Syrien habe, erklärte Davutoğlu, dass derzeit keine benutzt würden, fügte aber hinzu, dass es eine Bedrohung durch ballistische Raketen gebe. So verwies er in diesem Zusammenhang auf Scud-Raketen-Angriffe syrischer Truppen auf Ziele der Opposition im Norden des Landes vor etwa zehn Tagen (unterdessen haben US-Kriegsschiffe bereits Stellung bezogen – mehr hier).

Nach Ansicht von Davutoğlu sei der Zusammenbruch des syrischen Regimes nur noch
„eine Frage der Zeit“. Kein Regime, das gegen sein eigenes Volk kämpfe könne überleben. Beste Beispielie dafür seien Saddam Hussein oder auch Slobodan Milosevic. Nach dem Fall Assads liege es an der internationalen Gemeinschaft, wie schnell der Übergang erfolge und ob weitere Katastrophen verhindert werden könnten (auch die Hamas überraschte kürzlich mit ihrer gefährlichen Ausstattung – mehr hier).

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