Petition: Erbe der osmanischen Sultane soll geschützt werden

Die kürzlich von Premier Recep Tayyip Erdoğan geäußerte Kritik an der Darstellung von Sultan Süleyman dem Prächtigen in der beliebten türkischen TV-Serie „Muhteşem Yüzyıl“ zieht immer weitere Kreise. Mittlerweile haben nicht nur Turkish Airlines reagiert, sondern auch die Bürger. So wurde beim türkischen Parlament eine Petition eingereicht in der gefordert wird, die Erinnerung an osmanische Sultane und ihres Erbes zu schützen.

Die Petition, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, fordere für die osmanischen Sultane, immerhin „600 Jahre lang eine souveräne Weltmacht“, ein ähnliches Gesetz wie für den Gründer der modernen türkischen Republik Mustafa Kemal Atatürk. Unterzeichnet wurde das Anliegen von zehn Personen. Diese verlangen nicht nur den Schutz der Sultane und ihres Erbes, sondern auch drakonische Strafen bei Zuwiderhandlung. Ginge es nach ihnen, ziehe eine Beleidigung im schlimmsten Fall sogar eine Gefängnisstrafe nach sich.

Opposition bezeichnet Vorschlag als „Unsinn“

Der Vorschlag stieß, so das Blatt weiter, vor allem bei den Oppositionsparteien auf Ablehnung. „Ein solches Gesetz wäre mit Hinblick auf die Meinungsfreiheit schädlich für die Beitrittsbestrebungen der Türkei zur EU“, warnt Aykan Erdemir, CHP-Abgeordneter von Bursa im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anatolia. Ähnlich ergeht es dem BDP-Abgeordneten Altan Tan. Seiner Ansicht nach sei es „Unsinn“, die Achtung der osmanischen Sultane zu erlassen. Einzig MHP-Abgeordneter Özcan Yeniçeri hält hier vielleicht sogar einen Kompromiss für möglich. Er denke dabei an ein allgemeines Gesetz, das den Respekt für alle türkischen Führer einfordere, anstatt eines spezifischen, ohne dabei die demokratischen Rechte und die Freiheiten der Menschen in Frage zu stellen.

Die Petition steht in Zusammenhang mit der Kritik des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdoğan an der Kult-Serie „Muhteşem Yüzyıl“. Diese beleidige nach Ansicht des AKP-Politikers das Andenken von Süleyman dem Prächtigen (der türkische Präsident Abdullah Gül wiederum kann nichts Schlechtes daran finden – mehr hier). Die Serie zeige den osmanischen Herrscher mehr mit Hofintriguen beschäftigt als bei der Eroberung fremder Länder. Erdoğan forderte juristische Konsequenzen. Mitglieder seiner Partei kündigten bereits an, dass es Ziel sei, das Format schon 2013 von den Bildschirmen verschwinden zu lassen (man arbeite bereits an einem Gesetzesentwurf – mehr hier).

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