3. türkisches AKW: Bulgarischer Minister dementiert Pläne für einen Bau in İğneada

Die Türkei hat keine konkreten Pläne für eine Kernkraftwerk oder ein thermisches Kraftwerk an der bulgarischen Grenze. Das stellte der bulgarische Wirtschaftsminister Delyan Dobrev an diesem Freitag im Parlament klar. Gerüchte um den Bau eines dritten AKWs in İğneada kursieren bereits eine ganze Weile.

Der bulgarische Wirtschaftsminister Delyan Dobrev stellte sich an diesem Freitag den Fragen seines Vorgängers Petar Dimitrov bezüglich Berichten, dass die Türkei erwäge, entweder ein KKW oder ein TPP in der Schwarzmeer-Stadt İğneada, direkt an der bulgarischen Grenze, in der Nähe von Rezov zu bauen. Wie die Nachrichtenseite novinite.com berichtet, habe Dobrev erklärt, dass er bisher keine Unterlagen hinsichtlich einer Umweltverträglichkeitsprüfung ein solches Projekt betreffend auf seinem Schreibtisch gehabt habe.

Anfragen der bulgarischen Regierung finden kaum Beachtung

Der Wirtschaftsminister verwies sowohl auf die jüngsten Versuche der bulgarischen Regierung die Türkei hinsichtlich potentieller Pläne, in İğneada ein AKW zu errichten, zu kontaktieren. Als auch auf die Ablehnung, die ihr von Seiten der türkischen Offiziellen entgegen geschlagen wäre. „Ich habe diese Fragen mehrmals gestellt und ich bekam die Antwort, dass es keine konkreten Absichten von Seiten der Türkei gebe, dort irgendeine Art von Kraftwerk zu errichten. Doch selbst wenn es ein solches Vorhaben gebe, müssen sie den strengen Anforderungen der EU in Bezug auf den Schutz der Umwelt gerecht werden“, so Dobrev. Ähnliches sei auch während eines kürzlichen Treffens der Bürgermeister beider Grenzorte verlautbart worden.

Erst Ende November wurde bekannt, dass das bulgarische Umweltministerium bei der Umweltbeurteilung eines türkischen Projekts für den Bau eines Warmwasserkraftwerks in  İğneada mitentscheiden wolle. Das erklärte die Umweltministerin Nona Karadschowa.
„Beobachter“, so berichtet damals das Portal solidbau.at, „sehen dahinter einen möglichen Versuch der Kontrolle darüber, ob das Projekt nicht doch (…)  in den Bau eines Atomkraftwerk umgewandelt wird.“ Und in der Tat: „Wir haben über die Möglichkeit des Baus eines thermischen oder Kernkraftwerks in einem Bereich nahe İğneada diskutiert“, so der bulgarische Präsident Rosen Plevneliev während einer Pressekonferenz mit seinem türkischen Amtskollegen Abdullah Gül Ende November. „Jetzt warten wir auf weitere detaillierte Informationen und Lösungen zu diesem Thema.“ (Frankreich und die USA könnten ebenfalls involviert sein – mehr hier)

Wasserkraftwerk wird Natur und Tourismus zerstören

Sorge über das Projekt gebe es laut solidbau.at vor allem unter Naturschützern. Der prominente Politiker der bulgarischen Grünen, Andrej Kowatschew, habe vor der Möglichkeit gewarnt, dass das Projekt einem AKW den Weg bahnen könnte. Das Energieprojekt werde, so Kowatschew, die Natur und den Tourismus in der Region und somit den Hauptunterhalt der dort beheimateten türkischen Bürger zerstören. Auch auf bulgarischer Seite befinden sich in nächster Nähe zwei Naturschutzgebiete (zur gleichen Zeit erwartete Bulgarien von der türkischen Regierung weitere Details zu einem geplanten dritten Atomkraftwerk – mehr hier).

Unterdessen schreiten die Pläne für die ersten beiden türkischen AKWs weiter voran. Der Bau der ersten Antriebseinheit des Kernkraftwerks in Akkuyu soll bereits im Jahr 2019 abgeschlossen sein. Die Planungen für eine zweite Anlage in der nördlichen Provinz Sinop laufen bereits auf Hochtouren.

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