Weltuntergang in Şirince: Erwartete Touristenströme blieben aus

Der Trubel im Vorfeld war riesig. Jetzt blieb nicht nur der erwartete Weltuntergang, sondern auch die in Scharen erwarteten Besucher aus. Im kleinen Dorf Şirince in der westtürkischen Provinz İzmir, einem der zwei Orte, die laut Maya-Prophezeiung verschont bleiben sollten, war man für die Apokalypse bestens gerüstet.

„Nichts wurde zerstört, weder vor noch nach 13.11 Uhr, dem genauen Zeitpunkt des vorhergesagten Apokalypse. Abgesehen von den Träumen der lokalen Unternehmer in Sirince, die ihre Enttäuschung über den Mangel an Touristen zum Ausdruck brachten“, fasst die türkische Zeitung Hürriyet das unspektakuläre Ende oder besser gesagt den von den Mayas eigentlich vorausgesagten Aufbruch in ein neues Zeitalter zusammen (selbst das Amt für Religiöse Angelegenheiten sah sich zur Einmischung veranlasst – mehr hier).

Obwohl viele Hotels, Gasthöfe und Pensionen im kleinen Şirince über Monate im Voraus gebucht worden seien (teils stiegen die Bettenpreise rasant – mehr hier), seien am Ende mehr Sicherheitskräfte und Pressevertreter auf den Straßen zu sehen gewesen als waschechte Weltuntergangstouristen. Nach Angaben der hiesigen Behörden seien 500 Beamte der Gendarmerie und der Polizei im Einsatz gewesen. Die Zahl der Journalisten, die „das Ende der Welt“ dokumentieren wollten, sei sogar noch höher gewesen.

Touristen blieben aus Angst vor Chaos fern

Wie Hotelbesitzer dem Blatt erzählten, hätten einige Kunden ihre Buchungen storniert. Aus Angst in ein mögliches Chaos zu geraten. Und das, obwohl sie für die Zimmer bereits gezahlt hätten (es gab auch Mahnungen, dass die Hoteliers das vermehrte Interesse nicht ausnutzen sollten – mehr hier).

Einige profitierten jedoch bereits im Vorfeld vom drohenden Weltuntergang. So seien religiöse Stätten wie zum Beispiel die  St. John Kirche im Dorf zu einem der meistbesuchten Orte avanciert. Und auch die hiesige Moschee erhielt am entscheidenden Tag hohen Besuch. Das Freitagsgebet wurde von keinem Geringeren als Bezirksmufti İsmail Satu abgehalten. Wenigstens dort hatten sich am Ende sowohl Touristen als auch Einheimische versammelt. Nach dem Mittagsgebet wurden sie auch alle versorgt: Mit türkischen, englischen, deutschen, französischen und russischen Übersetzungen des Korans, die kostenlos vor den Toren der Moscheen verteilt wurden. An einem solch ruhigen Tag blieb dann sicherlich auch viel Zeit zum Lesen.

Mehr zum Thema:

Weltuntergang am Freitag: Auserwähltes Dorf in Frankreich lehnt Gäste ab
21. Dezember: Türkisches Dorf Şirince soll aus Weltuntergang kein Kapital schlagen
Amt für Religiöse Angelegenheiten: 21. Dezember hat keinerlei Bedeutung

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.