Meist besuchtes Museum der Welt: Louvre lockt mit eigenem Flügel für islamische Kunst

Zehn Millionen Besucher pro Jahr - mit dieser Zahl hat sich der Louvre in Paris, der mittlerweile auch über einen eigenen Flügel mit islamischer Kunst verfügt, an die Spitze der beliebtesten Museen der Welt gesetzt. Ganz so weit nach oben hat es der Topkapı Palast in Istanbul zwar noch nicht geschafft. Aber immerhin: Das Haus ist das meistbesuchte Museum in der gesamten Türkei.

Während der weltberühmte Louvre in Paris bekannt gab, dass er 2012 das weltweit meistbesuchte Museum des Jahres sei, avancierten der Topkapi Palast, das Hagia Sophia Museum und Ephesus zu den drei meisten besuchten Sehenswürdigkeiten in der ersten Hälfte des Jahres 2012 in der Türkei. Das geht aus Informationen des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus hervor (die Einträge in der UNESCO-Weltkulturerbeliste sind in jüngster Zeit deutlich gestiegen – mehr hier).

Wie der Louvre bereits am 20. Dezember erklärte, habe der neue Flügel für islamische Kunst dazu beigetragen, die Position des Hauses an der Weltspitze zu festigen. Das Ergebnis: 2012 wandelten rund zehn Millionen Besucher durch die Hallen des Wahrzeichens von Paris. Das seien mehr als eine Million Gäste mehr als im Vorjahr.

Islamischer Flügel: Fast 20.000 Werke aus dem 7. bis 19. Jhd.

Zwar würden exakte Zahlen erst Anfang nächsten Jahres bekanntgegeben, doch schon jetzt zeichne sich ab, dass es vor allem einen bemerkenswerten Zustrom an chinesischen Besuchern gegeben hätte. Sie gehörten nun, neben den Amerikanern und Brasilianern, zu den drei Top-Besuchergruppen, abgesehen von den Franzosen selbst. Dahinter folgen die Italiener und die Deutschen.

Erst im vergangenen September eröffnete das Museum seinen islamischen Flügel mit einem Bestand von rund 20.000 wertvollen Werken aus dem siebten bis zum 19. Jahrhundert auf einer Fläche von gut 3000 Quadratmetern. Allein dieser Teil des Louvres, der als eine reichhaltigsten Sammlung auf der ganzen Welt, die die gesamte islamische Kultur, von Spanien bis Indien abdeckt, gilt, wurde seither von gut 650,000 Besuchern betrachtet. Die Kosten für den neuen Trakt, der derzeit rund 3000 Exponate zeigt, beliefen sich auf gut 100 Millionen Euro. Finanziert wurde das Ganze von der französischen Regierung und von Stiftungen aus Saudi-Arabien, Marokko, Kuwait, Oman und Aserbaidschan unterstützt.

13 Millionen Gäste besuchen türkische Museen

Und wie ist die Situation in der Türkei? Insgesamt 189 Museen und 131 historische Stätten werden dort vom zuständigen Kultur-und Tourismus-Ministerium verwaltet. In der ersten Hälfte dieses Jahres konnten hier gut 13 Millionen Gäste begrüßt werden. Der daraus resultierende Umsatz, so berichtet die türkische Hürriyet, belaufe sich auf 1.08 Milliarden Lira. Die türkischen Museen und historischen Stätten zeigen Artefakte aller Zivilisationen und Epochen, die das Gebiet, das jetzt die moderne Türkei bildet, bewohnt haben. Und die Beliebtheit bei den Touristen steigt von Jahr zu Jahr (die Türkei restauriert fleißig ihre historischen Stätten – mehr hier).

Nach Angaben des Direktorats für Kultur und Tourismus in İzmir hätten zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 2012 rund drei Millionen Menschen ganze zwölf Museen in İzmir besucht. Nach Istanbul hätte die Stadt im selben Zeitraum die zweithöchste Besucherrate gehabt. Das historische Ephesus, das auf das Jahr 6,000 V.Chr. datiert wird, konnte insgesamt bereits  800,000 Touristen anziehen. Von allen türkischen Museen und antiken Stätten war es jedoch der Topkapi-Palast, der in den ersten vier Monaten des Jahres die höchsten Besucherströme auf sich vereinen konnte. Allein in dieser Zeit seien 8,521,197 Touristen gekommen. Dem Haus folge die Hagia Sophia mit 835,187 Besuchern und Ephesus mit 350,134 Gästen im Vergleichszeitraum.

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