Bei Einreise für Dienstleistung: EU hebt Visapflicht für Türken auf

In Deutschland, Dänemark und den Niederlanden müssen türkische Staatsbürger, die aus beruflichen Gründen einreisen wollen, kein Visum mehr vorzeigen. Das erklärte die EU-Kommission am Montag. Lediglich ein Nachweis über den Grund der Einreise, bei dem es sich um eine Dienstleistung in dem jeweiligen Land handeln muss, reicht aus.

Fortschritte bei der Visa-Liberalisierung: Die EU-Kommission verkündete, dass die Visumspflicht für türkische Staatsbürger, die nach Deutschland, in die Niederlande oder nach Dänemark einreisen wollen, um dort eine berufliche Dienstleistung zu erbringen, aufgehoben wird. Davon betroffen sind beispielsweise Architekten, die für ein bestimmtes Projekt einreisen wollen, Anwälte, Wissenschaftler oder auch Künstler.

Die neue Regelung erlaubt den einreisenden Türken zwei Monate in Deutschland und drei Monate in den Niederlanden sowie Dänemark zu bleiben, ohne ein Visum vorweisen zu müssen. Voraussetzung ist allerdings der Nachweis der Beschäftigung, die es notwendig macht, in das jeweilige Land zu reisen.

Die EU-Kommission verweist bei der Entscheidung auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes von 2009 (Deutschland musste schon Schadensersatz zahlen, weil türkischen Mitarbeitern eines Unternehmens die Einreise verweigert wurde – mehr hier). Demnach dürfen türkische Staatsbürger auch ohne Visum in ein EU-Land einreisen, wenn sie dies aufgrund einer dort auszuführenden Dienstleistung tun wollen. Bisher hielten sich die Länder jedoch nicht an das Urteil. Zudem versucht die EU derzeit, die Türkei mit einer Aussicht auf komplette Visafreiheit zur Umsetzung des Rückholabkommens zu bringen (mehr hier).

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