Keine Lösung für US-Budget-Krise: „Blutbad“ an der Wall Street

Die Futures von Dow und Nasdaq gingen am Freitag nach Börsenschluss in den freien Fall. In Washington gibt es nicht die geringsten Anzeichen einer Einigung im Budget Streit. Nun könnte es sich für viele Anleger rächen, dass sie sich vom billigen Geld der US-Notenbanken in die Aktienmärkte treiben ließen.

Die Wall Street am Freitagabend: So sieht ein Kliff aus. (Garfik: zerohedge)

Die Wall Street am Freitagabend: So sieht ein Kliff aus. (Garfik: zerohedge)

In Washington herrschte am Freitag hektische Betriebsamkeit: US-Präsident Barack Obama versuchte eher hilf- und planlos, eine Einigung mit den Republikanern im Budget-Streit herbeizuführen. Obama sagte in einer Rede, jetzt sei die Zeit zum Handeln gekommen. Die Amerikaner verstünden nicht mehr, worum es bei diesem Streit eigentlich gehe. Niemand habe Verständnis für die Wunde, die die Politik der US-Wirtschaft durch ihre Untätigkeit zufügen würde. Er forderte eine Abstimmung im Senat, und die Republikaner müssten dann eben mit Nein stimmen. Obama legte keinen neuen Vorschlag vor. Offenbar wartet der Präsident, wer nun als erster die Nerven verliert.

Kommt es bis Montag zu keiner Einigung, treten automatisch drastische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft. Finanzminister Timothy Geithner hatte bereits „außergewöhnliche Maßnahmen“ angekündigt, um das Budget irgendwie im Rahmen zu halten.

Die Wall Street reagierte am Freitagabend sehr nervös. Der Finanzblog Zerohedge sprach gar von einem „Blutbad“. Die Kurse sackten nach Handelsschluss noch einmal deutlich ab.

Es wird erwartet, dass der Ausverkauf am Montag weitergehen könnte. Dann dürfte es eine formale Einigung geben, die aber nach Erwartung von Beobachtern nicht tragfähig sein wird.

Viele Anleger erwachen jetzt und sehen, dass sie sich unter Umständen zu leicht den Lockungen des billigen Geldes ergeben haben, die durch das unbegrenzte Gelddrucken der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an die Aktienmärkte ausgewichen waren. Sollten die Kurse angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die katastrophale US-Haushaltslage in den Panik-Modus begeben, drohen vielen Anlegern massive Verluste.

Zumindest für die Wall Street sind das keine guten Aussichten. Große Anleger wie Goldman Sachs spekulieren daher schon mit anderen Investment-Möglichkeiten: Weil die Bank of Japan gezwungen wird, noch mehr Geld in den japanischen Markt zu pumpen, verlagert Goldman einen Teil seines Portfolios nach Japan. Zumindest kurzfristig dürfte dort wegen des neuen Geldsegens einiges an Profit möglich sein.

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