„Dorf für Ältere“: Deutscher Architekt plant in der Türkei Senioren-Unterkunft

Viele Altenheime in der Türkei sind in schlechtem Zustand. Viele versuchen es tunlichst zu vermeiden, in ein solches zu gehen. Doch das soll bei dem deutsch-türkischen Projekt nicht geschehen, denn es ist „kein Altenheim“, wie der Architekt betont.

Mitten in der türkischen Stadt Bolu plant der deutsche Architekt Ingo Tintemann ein „Dorf für Ältere“. Er ist Mitglied in der Stiftung Senior Experten Service (SES), die zur Deutschen Wirtschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH gehört. So kam der 71-Jährige zu dem einzigartigen Projekt.

Der Neusser betont: „Es wird kein Altenheim sein“. Für die Türken ist das wichtig, denn Altenheime sind nicht sehr angesehen. Die in der Türkei bestehenden haben häufig Probleme mit der Versorgung der Senioren, in der Presse ist häufig von Verwahrlosung in den Heimen zu lesen.

In Bolu soll das anders sein, wie die Neuss-Grevenbroicher Zeitung schreibt. Auf einem bereits feststehenden Grundstück soll „ein Dorf mit rund 400 Einfamilienhäusern, Verwaltungs- und Therapiegebäuden“ entstehen. An dem Projekt sind nach seinen Angaben mehrere Organisationen beteiligt, denn das Dorf sollen für Ältere aus Bolu, Deutsche Rentner in der Türkei oder auch wiedergekehrte Gastarbeiter offen sein. Auf Bolu fiel die Wahl, weil es die Partnerstadt von Neuss ist.

Alle Häuser sollen zudem energieeffizient sein. Begonnen werden soll mit 200 Passivhäusern – das Spezialgebiet von Tintemann. Seit Jahren beschäftigt er sich mit „energieeffezientem Bauen, Wärmedämmung, Windkraft und Photovoltaik“.

Für die Türkei könnte das Projekt Vorbild für andere Provinzen sein. Traditionell ist die Familie für die Versorgung der Älteren zuständig. Doch die Abwanderung in die Städte macht das schwer. Viele ältere Menschen wollen ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen. Damit könnte sich auch der Blick der Türken auf Seniorenunterkünfte insgesamt irgendwann ändern.

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