Gute Aussichten für 2013: Ökonom erwartet 20 Mrd. Dollar Kapitalzufluss für die Türkei

Die Türkei wird für ausländische Investoren offenbar immer attraktiver. Nach Einschätzung des Ökonomen Tim Ash von der Standard Bank habe sich das Land - vor allem nach dem Upgrade durch Fitch - in eine völlig neue Position gebracht. Für das gerade begonnene Jahr sieht er nun einen Kapitalzufluss von mehr als 20 Milliarden Dollar voraus.

Nicht nur für vier türkische Lotto-Gewinner bricht das Jahr 2013 mit einem satten Geldregen an (insgesamt haben sie 45 Millionen Lira gewonnen – mehr hier). Auch ihre Heimat, die Türkei, sieht offenbar rosigen Zeiten entgegen. Nach Ansicht des Ökonomen Tim Ash von der Standard Bank könnte die Fitch-Entscheidung von Anfang November 2012, die Kreditwürdigkeit des Landes heraufzustufen, dabei helfen, neue Investoren anzulocken. Denn: Seither gelten türkische Anleihen zum ersten Mal seit 18 Jahren als „durchschnittlich gute Anlage“ (Daraufhin erreichten die Aktienkurse in Istanbul ein Rekordhoch – mehr hier). Begründet wurde die Entscheidung mit einer sinkenden Schuldenlast, dem stabilen Bankensystem und den günstigen Wachstumsaussichten für den EU-Beitrittskandidaten. Ein ordentlicher Vertrauensschub für die Türkei, wie Ash schon Ende letzten Jahres konstatierte.

Nun hat sich der Fachmann, wie die türkische Zeitung Sabah berichtet, mit dem Kapitalabfluss aus europäischen Krisenstaaten, insbesondere Spanien, befasst. Zwar sei es eher schwierig zu beurteilen, wie viel davon letztlich in die Türkei fließen würde. „Insgesamt wird die Türkei aber positiv von dem Kapitalabfluss in Europa betroffen sein.“ Schließlich habe sich das Land in Gänze zu einer begehrten Destination für Investitionen entwickelt. „Ich denke, die Türkei wird im nächsten Jahr mehr als 20 Milliarden Dollar an Kapitalzufluss erfahren“, so Ash Ende 2012.

Wie der Internationale Währungsfonds in der Zwischenzeit bekannt gegeben hat, erlebte allein Spanien binnen zwölf Monaten in 2011/2012 einen Kapitalabfluss von 297 Milliarden Dollar. Diese Menge entsprach ganzen 27 Prozent des landesweit erreichten Bruttoinlandsprodukts. In seinem Global Stability Report schlägt der IWF deshalb vor, dass Entscheidungsträger im Falle eines Kapitalabfluss aus Europa, darauf bedacht sein sollen, wieder eine sichere Umgebung herzustellen. Chef-Analyst der Ratingagentur Fitch, Ed Parker, hat zwar ob des hohen Leistungsbilanzdefizits der Türkei nicht unbegründete Bedenken (die Wirtschaft sei noch immer brüchig – mehr hier), gleichzeitig glaubt aber auch er, dass die Türkei den Zufluss beträchtlicher Mittel erleben werde. Schon in der Zeit von Januar bis Oktober, verweist die Sabah auf die Entwicklung des vergangenen Jahres, hätten die Türkei rund 10,6 Milliarden Dollar an ausländischen Direktinvestitionen erreicht. 76 Prozent davon seien von europäischen Nationen gekommen. Eine Entwicklung, die nun offenbar massiv an Fahrt gewinnen soll.

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