Erdoğan kann’s nicht lassen: Nur ein oder zwei Kinder bedeuten den „Bankrott“

Seine „3-Kind-Politik“ hat sich mittlerweile bis nach Russland herum gesprochen. Trotzdem wird der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan nicht müde, sein Ideal von einer türkischen Familie ein ums andere Mal zu wiederholen. Wie der Westen wolle man schließlich nicht enden.

Erst vor gut zwei Wochen schallte der türkische Premier Erdoğan während seiner Rede in der Provinz Konya in Richtung seiner jungen Bürgerinnen und Bürger: „Heiratet und bekommt mindestens drei Kinder! Wir sollten eine junge und dynamische Generation heranziehen.“ (dabei hatte er die Generation von 1071 im Blick – mehr hier) Jetzt hat er seine mittlerweile altbekannte Forderung  auf dem Internationalen Familien-und Sozialpolitik Kongress in Ankara abermals wiederholt.

Nur ein oder zwei Kinder pro Familie, das, so zitiert ihn die türkische Zeitung Zaman, würde den „Bankrott“ bedeuten. Erst ab drei Kindern würde langfristig auch für den Staat ein Break Even erreicht werden. Erdoğan verwies in diesem Zusammenhang auf die Schwierigkeiten des Westens die ohnehin niedrigen Geburtenraten zu halten. in der Türkei solle das anders laufen. Hier müssten mindestens drei Kinder pro Familie geboren werden, um die dort herrschenden Probleme erst gar nicht aufkommen zu lassen (zudem wolle man eine religiöse Jugend heranziehen – mehr hier).

Noch einmal stellte er in seiner Rede die Bedeutung der Familie für die Politik der regierenden AKP in den Fokus. „Wir arbeiten effektiv daran, um familiäre Bindungen in unserer Gesellschaft zu stärken. Wenn wir wirklich eine starke Nation sein wollen, brauchen wir starke Familien.“ (für weltweiten Aufruhr sorgte er mit seiner harten Linie in Sachen Abtreibung – mehr hier) So sein Appell.

Paradebeispiel, wie es in der Türkei nicht laufen sollte, dürfte für den türkischen Premier unter anderem die Bundesrepublik sein. Hier brachte eine Frau 2011 im Schnitt gerade einmal 1,36 Kinder zur Welt. Im Jahr zuvor waren es noch 1,39 Kinder. Demgegenüber gaben die Eltern durchschnittlich sage und schreibe 120.000 Euro bis zur Volljährigkeit des Nachwuchses aus. Zudem würden die Frauen immer älter. Ein Ende der Abwärtsspirale scheint jedoch noch nicht erreicht. Denn: „Voraussichtlich wird die endgültige Kinderzahl je Frau in den nächsten Jahren weiter abnehmen“, heißt es hierzu bei Destatis.

Mehr zum Thema:

Türkei: Zahl der Eheschließungen geht zurück
Erdoğan kennt keine Privatsphäre: „Heiratet und bekommt Kinder!“
Russland will mit türkischer Familienpolitik gleichziehen: Putin wiederholt Erdoğans Forderung nach 3 Kindern

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.