„Charlie Hebdo“-Comic: Bekir Bozdağ warnt, sich nicht provozieren zu lassen

Nicht nur Ibrahim Kalin, politischer Berater des türkischen Premiers, auch sein Stellvertreter, Bekir Bozdağ, betrachtet die jüngste Veröffentlichung des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ als pure Provokation. Gleichzeitig mahnt er jedoch: Muslime sollten auf eine solche Hetze, die den Islam diffamieren wolle, gar nicht erst eingehen.

„Die Beleidigung des Islam und des Propheten ist ein Prinzip dieser Zeitschrift“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Bozdağs Reaktion auf die jüngste Veröffentlichung eines 64 Seiten starken Sonderhefts des französischen Satire-Magazins „Charlie Hebdo“, das sich in Gänze dem Leben des Propheten Mohammed widmet (gedruckt wurde eine Auflage on 80.000 Stück – mehr hier).

„Hier gibt es einige Leute, die glauben, dass das im Rahmen der Meinungsfreiheit liege. Doch Fluchen, Beleidigung und Respektlosigkeit für den Glauben der Menschen fällt nicht unter die Freiheit des Ausdrucks.“ Er jedenfalls betrachte die am vergangenen Mittwoch erschienene Publikation, die schon jetzt Fortsetzungen in Aussicht stellt, als einen reinen Akt der Provokation. Zugleich warnte der stellvertretende Ministerpräsident die Muslime nicht in die Hände von solchen Provokateuren zu spielen. „Das Beste ist es, das Ganze zu ignorieren“, so Bozdağs Rat.

Ibrahim Kalin: „Gebt ihnen nicht, was sie wollen.“

In einer ersten Reaktion hatte sich am vergangenen Mittwoch Ibrahim Kalin, politischer Berater des Premiers, via Twitter zur Veröffentlichung in Frankreich geäußert. Seine Äußerungen gingen in die gleiche Richtung: „Das Leben des Propheten des Islam in eine Karikatur zu verwandeln ist an sich ein Fehler. Was auch immer die Leute von Charlie Hebdo sagen, dies ist eine Provokation. Mein Rat an die Muslime: ignorieren. Gebt ihnen nicht, was sie wollen.“

Unbegründet ist die Angst vor neuen Ausschreitungen nicht, wie die letzten Jahre immer wieder bewiesen haben: So hatten die Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung Jyllands-Posten im Jahr 2005 zu teils heftigen Auseinandersetzungen in der islamischen Welt geführt, die mehr als 150 Todesopfer forderten. Und auch in den Jahren danach kam es immer wieder zu Konflikten. Zuletzt sorgte das Schmäh-Video „Die Unschuld der Muslime“ für einen breiten Aufstand. Auch hier gab es nicht wenige Todesopfer zu beklagen (der Zentralrat der Muslime forderte seinerzeit ein Verbot des Films – mehr hier). Allen Beschwichtigungsversuchen zum Trotz.

Mehr zum Thema:

Erneute Provokation aus Frankreich: Satire-Magazin veröffentlicht Comic über Propheten Mohammed
Vorstoß in Paris: Europas erste Homosexuellen freundliche Moschee eröffnet
Erschreckendes Umfrageergebnis: Die Hälfte der Franzosen sieht Muslime als Bedrohung

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.