Patriot-Systeme für die Türkei: Die USA machen den Anfang

Während sich die Bundeswehr noch bereit macht, hat die Verlegung von Ausrüstung und Soldaten aus den USA in die Türkei bereits begonnen. Donnerstagnacht landete eine Vorhut. Der Rest wird nach Angaben des bei Stuttgart ansässigen Hauptquartiers der US-Streitkräfte in Europa (EUCOM) binnen weniger Tage auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik, im Süden des Landes, erwartet.

Die USA ist ihren deutschen und niederländischen Verbündeten derzeit einen Schritt voraus. Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, sei bereits eine Vorhut auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik eingetroffen. Nachdem in der Nacht zum Freitag erstes US-Militär und Equipment landete, zogen an diesem Sonntagmorgen mehrere Flugzeuge, die Personal der 3-2 Air Defense Artillery (ADA) an Bord hatten, nach. Weitere Ausrüstung soll später in diesem Monat folgen.

US-Amerikaner beziehen in Gaziantep Position

Schon in den kommenden Tagen sollen nun insgesamt 400 US-Soldaten in Incirlik stationiert werden. Eingesetzt werden sie für die Bedienung der zwei Patriot-Systeme, die die USA zum Schutz der Türkei vor möglichen Gefahren aus dem syrischen Nachbarland zur Verfügung stellt.  Die Amerikaner werden ihren Posten in Gaziantep, 50 Kilometer nördlich von der syrischen Grenze, beziehen. Die Holländer werden ihr Quartier in Adana aufschlagen, etwa 100 Kilometer westlich der Grenze.

Nach Angaben von Charles Martoglio, EUCOM-Vizekommandeur, würden die US-Raketensysteme in den kommenden Wochen in Betrieb genommen und stünden dann unter NATO-Kommando. Noch einmal wurde von Seiten der USA herausgestellt, dass der Einsatz rein defensiver Natur sei (bei der deutschen Bevölkerung kommt er dennoch nicht an – mehr hier).

Bundeswehr hat Vorbereitungen weitestgehend abgeschlossen

Eine erste Vorhut deutscher Bundeswehrsoldaten war bereits Mitte Dezember 2012 in der Türkei eingetroffen. Mittlerweile, so heißt es, seien die Vorbereitungen für den Patriot-Einsatz weitestgehend abgeschlossen. Nach Angaben eines Sprechers des Flugabwehrraketen-Geschwaders 2 würden an diesem Sonntag die Raketenabwehrstaffeln aus den mecklenburgischen Standorten Sanitz und Bad Sülze das Gros ihrer Technik nach Lübeck-Travemünde verlegen. Von dort geht es am kommenden Dienstag per Schiff weiter. Auch einige deutsche Soldaten reisen dann vom niederländischen Eindhoven aus in Richtung Süden. Das deutsche Hauptkontingent folgt ab dem 14. Januar (stationiert werden sie in Kahramanmaraş, gut 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt – mehr hier). Das Bundeswehr-Material wird am 21. Januar im türkischen Iskenderun erwartet. Aktiv werden derzeit auch die Dritten im Bunde: Ebenfalls am kommenden Dienstag werden 30 niederländische Soldaten verlegt, 270 weitere folgen ihnen am 21. Januar.

https://www.youtube.com/watch?v=naw0lJiv590

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