Türkische Steuererhöhungen auf Immobilien: Verband fürchtet um eine Million Arbeitsplätze

Das Jahr 2013 hat für die türkischen Bürger gleich mit einer ganzen Reihe von Steuererhöhungen begonnen. Auch Immobilien sind davon betroffen. Jetzt warnt Tahir Tellioğlu, Vorsitzender des türkischen Bauunternehmerverbands (İMKON), die türkische Regierung: Diese Vorgehen könnte zum Verlust von einer Million Arbeitsplätzen in der Bauwirtschaft führen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Istanbul wies Tahir Tellioğlu, Vorsitzender des türkischen Bauunternehmerverbands (İMKON), auf das mögliche Dilemma hin, dass sich durch die jüngsten Steuererhöhungen durch die türkische Regierung ergeben könnte (der Mehrwertsteuersatz auf Immobilien hat sich erhöht – mehr hier).

Derzeit wären rund vier Millionen Arbeiter in diesem Bereich beschäftigt. Und schon jetzt würden die Steuererhöhungen in der Branche für Unmut sorgen. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

„In Anbetracht der Tatsache, dass der türkische Bausektor im Jahr 2012 nur ein Prozent gewachsen ist, während die türkische Wirtschaft um drei Prozent zulegen konnte, hofften die Bauunternehmer, dass die Regierung einige Maßnahmen einleiten werde, um für sie eine Basis zu schaffen und nach vorne zu bringen. Doch die Entscheidung über Steuerherhöhungen hat ihre Hoffnungen nun zurückgeworfen“, so Tellioğlu.

Tellioğlu: Bauunternehmer könnten Projekte 2013 auf Eis legen

Nach Ansicht von Tellioğlu habe sich die Regierung einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht. Ohnehin sei das Wachstum innerhalb der Branche derzeit auf einem niedrigen Stand. Und die Prognosen sehen nicht gut aus. Unternehmer, die schon 2012 mit Schwierigkeiten auf Grund steigender Kosten zu kämpfen gehabt hätten, könnten ihre Projekte 2013 nun gänzlich auf Eis legen.

„Schlussendlich wird das zur Entlassung von einer Million Arbeitern in diesem Sektor führen. Neue Projekte werden gestoppt und Hauskäufer werden mehr dazu neigen, Häuser aus zweiter Hand anstatt Neubauten zu erwerben.“ In diesem Zusammenhang erinnerte er die Regierung auch daran, dass dieser Prozess zu weiteren Ausfällen bei den Steuereinnahmen führen werde. Zudem hätten man sich dann mit zusätzlicher Arbeitslosigkeit zu befassen (im vergangenen September fielen die Zahlen auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren – mehr hier).

Schwarze Schafe ruinieren den Ruf der gesamten Branche

Tellioğlu ist der Meinung, dass die türkische Regierung mit ihrem Streben nach mehr Gerechtigkeit innerhalb des türkischen Steuersystems ganz klar der türkischen Wohnungsbaubehörde (TOKİ) in die Hände spiele, während der private Sektor ersticke. Gleichzeitig wies er jedoch auch darauf hin, dass derzeit mehr als 200.000 Bauunternehmer zu Gange seien, die ohne eine entsprechende Zertifizierung arbeiten würden und Baustellen nicht selten vor Abschluss eines Projekts verlassen würden. Durch die Verantwortungslosigkeit solcher Leute, so Tellioğlu, würde die gesamte Branche in den Schmutz gezogen.

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