„Man Asian Prize“: Orhan Pamuks „Sessiz Ev“ in der engeren Wahl

Dem türkischen Nobelpreisträger Orhan Pamuk könnte schon in wenigen Wochen eine weitere Auszeichnung winken. Sein Roman „Sessiz Ev“, der in der Türkei bereits 1983 veröffentlicht wurde, hat es in die engere Auswahl des renommierten „Man Asian Prize“ geschafft. Das Buch ist eines von fünf Romanen auf der Liste. Der Gewinner wird am 14. März bekannt gegeben.

Nebem Nobelpreisträger Orhan Pamuk (er hat im vergangenen Jahr ein kleines Museum in Istanbul eröffnet – mehr hier) hatte es zunächst ein weiterer türkischer Autor in die Auswahl für den „Man Asian Prize“ geschafft. Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, sei Elif Şafak „Honor“ immerhin unter die besten 15 gekommen. Im Rennen um  die Top Five musste sich eine der meistgelesenen Schriftstellerinnen in der Türkei nun jedoch geschlagen geben (Ayşe Kulin ist jedoch die, die am meisten verdient – mehr hier).

Der „Man Asian Prize“ wurde erst 2007 ins Leben gerufen. Es ist der erste Literaturpreis Asiens. Sponsor ist die Londoner Investmentfirma Man Group. Ziel ist es seither mehr internationale Aufmerksamkeit auf die asiatische Literatur und neue Autoren zu lenken. Nominiert werden ausschließlich asiatische Autoren. Es ist das regionale Gegenstück des renommierten britischen „Man Booker Prize“ und wird an den Autor eines im vergangenen Jahr auf Englisch geschriebenen oder ins Englische übersetzten Romans aus Asien vergeben.

Man Asian Prize“ ist mit 30.000 Dollar dotiert

Neben „Sessiz Ev“ („Das stille Haus“, 2009 auf Deutsch erschienen), einer bewegenden Familiengeschichte im Sommer vor dem Militärputsch des Jahres 1980, haben es auch Jeet Thayils Debütroman „Narcopolis“, Tan Twan Engs zweites Werk „The Garden of Evening Mists“, der pakistanische Autor Musharraf Ali Farooqi mit „Between Clay and Dust“ sowie schließlich der Japaner Hiromi Kawakami mit „The Briefcase“ in die Endauswahl geschafft.

Der Preis ist mit 30.000 Dollar dotiert. Im ersten Jahr nominert waren der Philippiner José Dalisay, die Inderin Reeti Gadekar, der Chinese Jiang Rong, die Birmanin Nu Nu Yi Inwa sowie die Hong-Kong-Chinesin Xu Xi. Gewonnen hatte damals Jiang Rong. 2012 ging der Preis an die Süd-Koreanerin Shin Kyung-Sook. Auf der diesjährigen Longlist fanden sich Autoren aus 35 asiatischen Ländern.

Mehr zum Thema:

Orhan Pamuk: Nobelpreisträger ist der einflussreichste internationale Autor in China
Mord an Hrant Dink: Sollte Orhan Pamuk das nächste Opfer sein?
Orhan Pamuk: „Die EU hat die Herzen vieler Türken gebrochen“


Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.