Delegation in Gaza: Türken dokumentieren Verbrechen Israels

Eine türkische Delegation, bestehend aus Juristen der International Lawyers Association, ist am vergangenen Montag nach Gaza gereist. Dort will man Nachweise für die israelische Offensive sammeln, die im vergangenen November zahlreiche Palästinenser das Leben gekostet hat.

Eine zehnköpfige Delegation, der sieben Türken, zwei Ägypter und ein Anwalt aus Saudi Arabien angehören, hat sich für einen zweitägigen Aufenthalt nach Gaza begeben, um dort Gespräche zu führen und Eindrücke zu sammeln. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Angeführt wird die Gruppe von Necati Ceylan, Generalsekretär der International Lawyers Association.

Delegation sucht nach Beweisen für Verbrechen

Wie Teilnehmer der Delegation der Nachrichtenagentur Anatolia mitteilten, würde man Verfahren gegen diejenigen, die die Verbrechen begangen haben, einleiten. Vorausgesetzt, man finde ausreichende und überzeugende Beweise. Nach ihrer Visite werde die Delegation zudem einen detaillierten Bericht über Gaza anfertigen und diesen dann an die zuständigen türkischen Behörden übergeben.

Ihren jüngsten Höhepunkt erreichten die Spannungen zwischen Israel und Gaza im vergangenen November, als die gezielte Exekution des De-facto-Hamas-Militärchefs Ahmad Al-Jaabari bekannt wurde. Kurz darauf begannen heftige militärische Auseinandersetzungen, die einen längeren Krieg befürchten ließen. Insgesamt, so fasst die Hürriyet zusammen, hätte es von Seiten Israels 1500 Angriffe auf Ziele der Hamas gegeben. Erst acht Tage nach Ausbruch des Konflikts habe ein Waffenstillstand erreicht werden können. Die Bilanz bis dahin: 162 tote Palästinenser, mehr als die Hälfte von ihnen Zivilisten, darunter 37 Kinder und elf Frauen (es gab Rufe, die Türkei und Ägypten sollten doch Truppen gen Gaza entsenden – mehr hier).

Türkei bezieht Position zu Gunsten Gazas

Die Türkei hatte sich zu jener Zeit klar auf die Seite Gazas gestellt und Israel für seine Luftangriffe scharf verurteilt. Auch auf inernationaler Ebene machte sich die Regierung für eine diplomatische Lösung des Konflikts stark (der nächste Schlag von Seiten Israels folgte jedoch auf dem Fuße mit der Ankündigung weitere Siedlungen bauen zu wollen – mehr hier).

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