Deutsch-Türkische Wochen in Ulm: Verein seit 30 Jahren dem Miteinander verpflichtet

Zum 29. Mal finden in Ulm die Deutsch-Türkischen Wochen statt. In der Zeit vom 19. Januar bis 18. Mai hat der HDB Ulm/Neu-Ulm e.V. ein umfassendes Programm von Kabarett bis Stadtführung organisiert. Ziel der Veranstaltung ist es auch noch nach gut 30 Jahren die soziokulturelle Teilhabe und Integration der MigrantInnen voranzutreiben.

Der bekannte Kabarettist Fatih Çevikkollu wird ebenso mit dabei sein wie die siebenköpfige Wiener Formation um die junge Sängerin Özlem Bulut oder der Schriftsteller Nevfel Cumart. Dazwischen gesellt sich Wissenswertes mit einem Vortrag zum Weltfrauentag, einem Zeitgespräch über das Thema „Die neue Verantwortung“ sowie eine Stadthistorische Führung.

„Die Veranstaltungen erfahren (…) eine sehr positive Resonanz seitens der lokalen Presse (…), zumal wir versuchen neben Konzerten und Lesungen auch Themen innerhalb unserer Vorträge und Podiumsdiskussionen anzusprechen, die selten zur Sprachen kommen, wie z.B. Vergewaltigungen innerhalb der Ehe, Homosexualität unter türk. Frauen, Lebensphasen im Alter insbesondere nach der Menopause etc.“, freut sich Hakan Dağıstanlı vom HDB Ulm/Neu-Ulm e.V. über den großen Zuspruch der Deutsch-Türkischen Wochen in Ulm. Immer stärker, so erklärt er den Deutsch Türkischen Nachrichten, sei mittlerweile auch das deutsche Publikum auf der „bundesweit einzigartigen“ Veranstaltung vertreten.

Kulturverein 1977 von türkischen Immigranten gegründet

Ohnehin arbeite der kulturelle Verein sehr eng mit der Stadt Ulm zusammen. Der Vorstandsvorsitzender sei im Gemeinderat engagiert, einige der Vereinsmitglieder seien im Internationeln Ausschuss der Stadt vertreten. „Wir fühlen uns der Stadt Ulm sehr verpflichtet und versuchen durch kulturelle Organisationen, zum Beispiel im Rahmen der deutsch-türkischen Wochen, dem Kulturprogramm der Stadt Ulm positiv beizutragen.“ (derzeit leben drei Millionen türkischstämmige Migranten in Deutschland – mehr hier)

Der HDB Ulm/Neu-Ulm, so informiert Vorsitzender Dr. Haydar Süslü weiter, sei 1977 von ImmigrantInnen türkischer Herkunft als ein sozialdemokratischer Arbeitnehmer- und Kulturverein gegründet worden. 1980 habe sich daraus dann der Jugendverband, dessen Ziel es war, durch ehrenamtliches politisch-kulturelles Engagement die Einwanderer besser in die Mehrheitsgesellschaft einzubinden, entwickelt. Von Anfang als Mitglied des SJR Ulm beteiligte er sich an der Jugendsozialarbeit im Zentralen Jugendhaus Ulm. 1982 gingen mit vielen deutschen und Mitgliedern nicht deutscher Herkunft mehrere Abteilungen von Chor, Orchester und Theater hervor, die mit der Stadt Ulm sowie VH Ulm zusammenarbeiteten und bundesweit auftraten.

Wege zur Teilhabe & Bereicherung der kulturellen Vielfalt

„Wegen der psychosozialen Entwicklungsstörungen auch der dritten Generation der
MigrantInnen, will der HDB weiterhin Wege zur Teilhabe und Bereicherung der kulturellen Vielfalt in der Ulmer Bürgerschaft finden“, so Dr Süslü. „Daher legt unser Verein den Schwerpunkt auf die Bildungschancen der interkulturellen Schüler und möchte die Zusammenarbeit in der Gemeinwesenarbeit vor Ort aber auch überregional mit allen Interessierten und Zuständigen fortsetzen.“ Als Konsequenz dieser Arbeiten seien bereits 1983 die Türkei-Wochen ins Leben gerufen worden, die die weitere Vereinsarbeit nun bereits seit Jahrzehnten prägen. Aus den anfänglichen Türkeiwochen seien nun die jährlichen deutsch-türkischen Wochen mit sozialen, kulturellen und bildungspolitischen Veranstaltungen zur soziokulturellen Teilhabe und Integration der MigrantInnen geworden.

„Zum 29. Mal“, schließt der Vorsitzende,„(…) sind die deutsch-türkischen Wochen 2013 nun wieder im Sinne der Sicherung gleicher Chancen und des Nutzens kultureller Vielfalt unter bildungs- und kommunalpolitischen Aspekten aufgestellt, um die gesellschaftspolitischen Anforderungen und Bedürfnisse zu erfüllen.“ (2010 hatten mehr Türken Deutschland verlassen, als zugezogen sind – mehr hier)

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