Türkei: Gesetzesentwurf soll Diskriminierung an Hochschulen verhindern

Der jüngste Vorstoß der obersten türkischen Hochschulbehörde wird offenbar für rege Diskussionen sorgen. Nach 33 Jahren soll das Kopftuchverbot für das weibliche Lehrpersonal aufgehoben werden.

Die türkische Tageszeitung Todays Zaman berichtet, dass die oberste Hochschulbehörde der türkischen Republik (YÖK), einen Gesetzesentwurf zur Aufhebung des Kopftuchverbots für Lehrkräfte ausgearbeitet und an das Bildungsministerium gesendet habe. Niemand dürfe wegen seiner politischen und religiösen Anschauungen, seiner Rasse, seiner Sprache, seines Geschlechts, seiner Kleiderwahl oder aus anderen Gründen benachteiligt werden, so die YÖK.

Vor drei Jahren hob die AKP Regierung das Kopftuchverbot für Studentinnen per Parlamentsbeschluß auf (exemplarischer Vorfall an der Ege Universität – mehr hier). Im Jahre 1980 fand in der Türkei ein Militärputsch statt. In der anschließenden Ausarbeitung des Hochschulgesetzes von 1981 wurde das Kopftuchverbot für Lehrkräfte und Studenten an den Universitäten eingeführt (auch in anderen Ländern erregt das Kopftuch für Aufsehen – mehr hier).

Des Weiteren beinhaltet der Gesetzesentwurf eine Regelung zur Gründung von Universitäten durch Ausländer. Jene Universitäten werden den Hochschulgesetzen ihrer eigenen Länder unterworfen sein. Insgesamt werde die Hochschullandschaft in drei Kategorien eingeteilt: Staatliche Universitäten, private Universitäten und Stiftungsuniversitäten.

Auch der Name der YÖK soll sich ändern, so die Todays Zaman. So werde der neue Name der obersten Hochschulbehörde (YÖK) in Türkischer Hochschulrat (TYK) abgeändert.

Mehr zu weiterlesen:

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US-Bericht über Religionsfreiheit: US-Amerikaner kritisieren die Türkei
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