Schon wieder eine Hinrichtung? Kurdischer Waffenhändler in Moskau ermordet

Nur eine Woche nach dem Mord an drei kurdischen Aktivistinnen in Paris ist es in Moskau zu einem ähnlichen Todesfall gekommen. Opfer ist diesmal ein kurdischer Waffenhändler. Von ihm wird angenommen, dass er auch die Terrororganisation PKK beliefert hat. Er wurde am vergangenen Mittwoch in der russischen Hauptstadt erschossen.

Der russische Bandenchef Aslan Ussojan, der in seinen Kreisen besser als Großvater Hasan bekannt gewesen ist, soll von einem bisher unbekannten Täter am hellichten Tag getötet worden sein, als er gerade ein Luxus-Restaurant in Moskau verließ. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman unter Berufung auf russische Nachrichtenseiten.

Der 76-jährige, der als einer der mächtigsten Bosse der russischen Mafia gilt, so heißt es weiter, soll Verbindungen zur Terrororganisation PKK unterhalten und eine wichtige Rolle beim Transfer von russischen Waffen an die Organisation gespielt haben. Aufgestellt worden sei diese Theorie von dem russischen Journalisten Sergey Kanev, der seine Erkenntnisse aus Polizeiakten erhalten haben will. Neben Aslan Usayan soll es seiner Ansicht nach noch eine weitere führende Persönlichkeit mit kurdischen Wurzeln in diesem Geschäft geben. Dabei soll es sich um Zahariy Kalashov, Spitzname Şakro, handeln. Kalashov, der im Augenblick in einem spanischen Gefängnis sitze, sei zur Zeit von Präsident Boris Jelzin in den Waffentransfer mit der PKK verwickelt gewesen. „Beide haben Verbindungen mit Führungskräften der PKK“, so Kanev.

Scharfschütze feuert vom Dach auf Opa Ussojan

Russischen Medien zufolge sei der Schuss von einem Scharfschützen vom Dach eines Gebäudes in der Nähe des Restaurants ausgeführt worden. Dabei soll auch eine Angestellte des Restaurants verletzt worden sein.

In einer ersten Stellungnahme der Presseabteilung des russischen Innenministeriums war noch davon die Rede, dass Ussojan nur verwundet sei. Später wurde dann sein Tod bestätigt. In einem Krankenhaus sei er einem Kopfschuss erlegen (auch die kurdischen Aktivistinnen starben durch Kopfschüsse – mehr hier). Wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtet, halte ein russischer Regierungsbeamter einen internen Konflikt zwischen verschiedenen illegalen Organisationen für das Mordmotiv. Der jetzige Mord könne den derzeitigen Bandenkrieg weiter verschärfen.

Bereits im September 2010 gab es einen Anschlag auf Ussojan. Im Augenblick wird angenommen, dass die beide Attentate in Zusammenhang stehen. Damals soll es einen Konflikt mit einem Bandenführer georgischen Herkunft, Tariel Oniani, der in Moskau inhaftiert ist, gegeben haben. Nun gibt es Gerüchte, dass Oniani Gang hinter dem Mord an Ussojan stecke. Es wird spekuliert, so die Zaman weiter, dass Oniani und Ussojan uneins über den Austausch von Projekten waren, die als Teil des Olympischen Winterspiele 2014 gestartet würden. Von einer Verbindung zu den derzeit stattfindenden Friedensgesprächen zwischen türkischer Regierung und PKK ist nicht die Rede.

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