Stellvertretender Außenminister Ayalon: Israel ist bereit für Versöhnung mit der Türkei

Kommt es nun doch zu einer Annäherung zwischen Israel und der Türkei? Wie ein hochrangiger israelischer Politiker erklärt, sei es derzeit wahrscheinlich, dass Israel sich per Brief an die Türkei wenden werde. Und zwar ähnlich, wie es Washington im Fall der 24 getöteten pakistanischen Soldaten an Islamabad getan habe.

„Ich sehe  einige Verbesserungen und Chancen“, so Daniel Ayalon, Israels stellvertretender Außenminister zur türkischen Zeitung Hürriyet über die türkisch-israelischen Beziehungen, die seit der Tötung von neun Zivilisten durch israelische Kommandos auf der Mavi Marmara im Jahr 2010 auf Eis gelegt sind.

Danach gefragt, welche Voraussetzungen für eine Versöhnung mit der Türkei es seiner Ansicht nach geben müsse, kommt für Ayalon hier ganz klar die „amerikanisch-pakistanische Formel“ in Betracht. Er erinnerte an die versehentliche Tötung von 24 pakistanischen Soldaten durch US-Militärs im November 2011 bei einem Angriff von Nato-Kampfhubschraubern auf einen pakistanischen Militärposten an der Grenze zu Afghanistan. Als Reaktion habe Washington damals einen Brief an die pakistanische Regierung gesendet, so Ayalon. Der Brief soll von den Pakistanern akzeptiert worden sein. Anschließend sei es zur Lösung des Problems gekommen.

Das Ganze sei damals als Entschuldigung zu lesen gewesen, so Ayalon. „Wenn man den Text liest, sollte das jedem klar sein. Der amerikanische Text, der nach Pakistan geschickt wurde, ist eine gute Ausgangsbasis, um daran zu arbeiten. Das ist es, was ich empfehle.“ Im Augenblick wäre die Kommunikation zwischen beiden Staaten auf einem sehr niedrigen Niveau. Es gebe jedoch einige inoffizielle Kanäle.

USA Entschuldigung an Pakistan?

Ein genauerer Blick auf den von Ayalon beschworenen Brief, sorgt für Aufschluss. Am 26. November 2011 hat das US-Außenministerium und das US-Verteidigungsministerium eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht (Text auf der Internetseite des US-Außenministerium – hier). Es wurde der Pakistanischen Regierung „tiefstes Beileid“ ausgesprochen. Weiterhin wurde erwähnt, dass man der  „Absicht“ der NATO den Fall zu untersuchen die  „volle Unterstützung“ zusage. Insgesamt handelt es sich hierbei um ein Beileidsschreiben und nicht um eine Entschuldigung. Diese Tatsache ist dem stellvertretenden Außenminister Israels offenbar entgangen.

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