Mord an PKK-Frauen in Paris: Iran dementiert Verwicklung

In den vergangenen Tagen hat ein Teil der türkischen Presse die Morde an den PKK-Aktivistinnen den Iranern in die Schuhe schieben wollen. Der Iran reagierte und wies jede Anschuldigung zurück. Währenddessen fand heute die Trauerkundgebung für die ermordeten Frauen statt. Wider erwarten kam es hier zu keinen Ausschreitungen

Der Washington Post zufolge, kam es heute in Diyarbakır/Türkei zur Trauerkundgebung für die drei in Paris ermordeten weiblichen Mitglieder der PKK. Eine der Opfer gehörte zu den Gründungsmitgliedern der PKK  (mehr – hier). Die türkische Tageszeitung Milliyet berichtet von 200.000 Teilnehmern. Trotz gespielter PKK-Marschmusik und PKK-Parolen sei es zu keinerlei Ausschreitungen gekommen. Dem waren letzte Woche Krawalle während der PKK-Proteste in Paris vorausgegangen (mehr – hier).

Der Vorsitzende der kurdischen Partei für Frieden und Demokratie (BDP), Selahattin Demirtaş hielt eine Rede, in der er den Dialogwillen Abdullah Öcalans und unterstrich. Die zahlreich erschienenen Menschen seien ein Beleg für den Friedenswillen der PKK. Die Morde werden die Kurden nicht davon abschrecken diesen Weg zu beschreiten. Doch nun sei die Zeit gekommen, dass die Europäer und die AKP nicht nur Lippenbekenntnisse von sich geben. Man erwarte fassbare Schritte zur Lösung des Kurdenproblems. Die Kurden seien nicht wehrlos, sondern organisiert, stark und jederzeit bereit zu kämpfen, so Demirtas.

Der unabhängige kurdische Abgeordnete des türkischen Parlaments, Ahmet Türk verkündete hingegen, dass er Erdoğans vorgegaukelten friedlichen Absichten keinen Glauben schenke. Als Beweis führte er die derzeitigen Militäroperationen an der türkisch-irakischen Grenze an.

PKK Angriffe gehen weiter

Im Schatten der Trauerkundgebung kam es wieder zu einem PKK-Angriff in der Stadt Mardin. Die türkische Tageszeitung Radikal berichtet, dass ein Polizeiwagen beim Herausfahren vom Parkplatz eines Krankenhauses durch drei bewaffnete PKK-Mitglieder attackiert wurde. Ein Beamter soll seinen Wunden erlegen sein. Folglich verkündete der Gouverneur von Mardin, Turhan Ayvaz, dass man Untersuchungen in die Wege geleitet habe und möglichst bald mit Polizeioperationen beginnen wolle, so die Radikal.

Iran wehrt sich gegen Vorwürfe

Währenddessen hat den Berichten von CNNTurk zufolge, der Iran eine Erklärung zu den jüngsten Anschuldigungen abgegeben. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums beklagt, dass in den letzten Tagen in der türkischen Presse der Vorwuf verbreitet wurde, der Iran habe etwas mit den Morden an den drei PKK-Aktivistinnen zu tun. Dies widerspreche jeglicher Logik und sei erlogen. Teheran habe sich immer eingesetzt für den Frieden zwischen den Völkern und ihren Regierungen. Der Iran respektiere die territoriale Integrität der Türkei. Nicht der Iran sei interessiert an ethnischen Konflikten in der Region, sondern andere ausländische Mächte.

http://www.youtube.com/watch?v=9evKTmkp37I

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