Hochansteckend: Norovirus auch in Deutschland

Der als Kreuzfahrt-Virus bekannt gewordene Norovirus, droht in diesem Jahr verstärkt in Europa sein Unwesen zu treiben. Eine neue Variante des Norovirus, genannt Sydney 2012, könnte mehr Menschen anstecken, als dies bei vergangenen Krankheitswellen der Fall war.

Eine neue Variante des Norovirus, genannt Sydney 2012, könnte in diesem Jahr in Europa viel mehr Menschen anstecken, als dies bei vergangenen Krankheitswellen der Fall war. Die Vereinigung NoroNet, ein weltweiter Zusammenschluss von Infektionsexperten, warnt in diesem Zusammenhang vor einer erhöhten Ansteckungsgefahr, wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtete.

Aufgrund der Zusammensetzung des Virus sei es wahrscheinlich, dass viel weniger Menschen immun gegen den Brechdurchfall-Erreger sein werden. Das Virus sei bereits vereinzelt in Europa aufgetreten, verfügbare Daten gebe es aus Großbritannien und den Niederlanden. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts für Deutschland allein in Berlin 100.000 Fälle von Patienten, die sich mit dem Norovirus infiziert hatten.

Das Gesundheitsamt warnt daher vor den Folgen einer Ansteckung. Gerade in den Wintermonaten häufen sich die Erreger. Die Übertragung erfolgt überwiegend oral, was die rasche Verbreitung des Erregers gerade in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kliniken oder Altenheimen erklärt. Infektionen können von befallenen Lebensmitteln und Getränken ausgehen, die mit verunreinigtem Wasser zubereitet wurden.Auf einer Karibik-Kreuzfahrtreise der Queen Mary 2 am 31. Dezember 2012 wurden fast 200 Passagiere und Mitglieder der Besatzung mit dem Virus infiziert, knapp acht Prozent der gesamten Passagieranzahl, berichtet das amerikanische Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC).

Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Vereinzelt können auch Bauchschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber auftreten. Ein bis zwei Tage nach der Ansteckung kommt es zum Ausbruch der Krankheit, die bis zu drei Tage anhalten kann.

Die Übertragbarkeit des Virus kann auch durch Kleidungsstücke oder Türgriffe erfolgen. Das Gesundheitsamt rät daher dazu, auf die entsprechenden Hygienevorschriften zu achten. Durch regelmäßiges Händewaschen und die Vermeidung von Körperkontakt zu infizierten Personen kann die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Wäsche sollte abgekocht werden.

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