Ali Babacan: IWF-Reformen gehen viel zu langsam

Die Türkei hat in den vergangenen Jahren ihre Position innerhalb des Internationalen Währungsfonds (IWF) erfolgreich ausgebaut. Doch damit nicht genug. Nun fordert Ankara mehr Mitspracherecht.

Der stellvertretende Ministerpräsident und Staatsminister der Türkei, Ali Babacan hat in seinem jüngsten Interview mit der türkischen Tageszeitung Todays Zaman seine kritische Haltung zu dem steckengebliebenen Reformprozess des IWF unterstrichen. Beim G-20 Gipfel im Jahre 2010 hatten sich die führenden Industrienationen und aufstrebenden Schwellenländer darauf geeinigt, dass Länder wie die Türkei, Brasilien und Mexico ein stärkeres Gewicht bekommen sollen. Babacan wies in dem Interview darauf hin, dass die europäischen Staaten überrepräsentiert seien und der Reformprozess in Richtung Verschiebung der Stimmgewichte schneller voranschreiten müsse.

Türkei weist Erfolge beim IWF auf

Die Türkei werde ab dem Jahre 2014 für insgesamt zwei Jahre einen Sitz im Exekutivdirektorium erhalten. Damit werde sie das erste Mal in der Geschichte des IWF einen Sitz im geschäftsführenden Vorstand erhalten. Darauf werden ab 2018 weitere zwei Jahre folgen, so Babacan. Seit dem Jahre 2008 seien die türkischen Anteile am Fonds (Quoten) von 1, 45 Milliarden Sonderziehungsrechten (SZR) auf 4, 6 Milliarden SZR gestiegen, was umgerechnet 7, 2 Milliarden Dollar entspreche. Sonderziehungsrechte sind eine auf dem Devisenmarkt nicht handelbare Währungseinheit. Sie gehören zu den Währungsreserven einer Nation und können als Guthaben eingestuft werden. Mit diesem Guthaben kann man Schulden bei den Gläubigern tilgen. Weiterhin stehe die Türkei auf der Liste der IWF Nationen an zwanzigster Stelle und werde seine Position weiter ausbauen, so Babacan.

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