Krieg in Mali: Türkei spricht sich gegen einseitige Intervention aus

Nun äußert sich auch die Türkei zum Konflikt in Mali. Der türkische Außenminister Davutoğlu hat sich gegen jegliche Alleingänge ausgesprochen. Er ruft die UN und die Afrikanische Union zur Verantwortung auf und fordert die Bildung einer afrikanischen Unterstützungstruppe.

Die türkische Tageszeitung Zaman berichtet, dass sich der türkische Außenminister Davutoğlu gegen eine unilaterale Intervention in Mali ausgesprochen habe (zuvor hatte Frankreich militärisch interveniert – hier). Seit Ausbruch der Kämpfe in Mali hatte sich noch kein Vertreter der türkischen Regierung dazu geäußert. Davutoğlus Ansicht zufolge, müsse der Konflikt in Mali in erster Linie intern gelöst werden.

Wenn dies nicht möglich sei, müsse die Afrikanische Union und die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UN) aktiv werden. Deshalb plädiere die Türkei für eine schnelle Anwendung der Resolution 2085, die im Dezember 2012 auf der 6898. Sitzung des UN-Sicherheitsrats verabschiedet wurde. Sie autorisiere die Aufstellung einer internationalen Interventionstruppe, die das Militär von Mali im Kampf gegen die Islamisten untersützen soll. Deutschland hat mittlerweile reagiert. Es wurden zwei Transall-Transportflugzeuge in das Konfliktgebiet gesendet, um die Interventionstruppen der ECOWAS zu unterstützen.

Mali-Konflikt zieht Kreise

Währenddessen droht der Konflikt in Mali auf das Nachbarland Algerien überzuspringen. Vor einigen Tagen hatten bewaffnete Islamisten aus Mali ein Gasfeld der BP in Algerien angegriffen und mehrere Geiseln genommen. Offenbar sind schon 34 Geiseln getötet worden. Doch die Angaben über die Geiselnahme in Algerien werden immer widersprüchlicher. Die algerische Nachrichtenagentur Algérie Presse Service berichtet, dass das algerische Militär bei ihrer jüngsten Operation 65 Geiseln in Sicherheit gebracht habe. Insgesamt seien demnach 639 Menschen aus der Gewalt der Geiselnehmer befreit worden. Bisherige Medienberichte gingen allerdings von 41 Geiseln aus (mehr – hier). Am späten Nachmittag habe nun Mokhtar Belmokhtar, Drahtzieher der Geiselnahme, nach Angaben der mauretanischen Nachrichtenagentur ANI Verhandlungen über den Einsatz Frankreichs in Mali sowie einen Gefangenenaustausch gefordert.

Mehr zum Thema:

Krieg in Mali: Jetzt eilt die USA zur Hilfe
Situation eskaliert: Türkei gibt Reisewarnung für Mali heraus
Islamisten in Mali: „Frankreich hat den Islam angegriffen“

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.