Griechische Polizei zerschlägt Schleuserring: Syrer per Boot aus der Türkei geschafft

Der griechischen Polizei ist es gelungen, einen international agierenden Schleuserring zu zerschlagen. Die Organisation soll hunderte Menschen, vor allem syrischer Herkunft, via Booten von der Türkei nach Griechenland und Italien geschmuggelt haben. Aktiv seien sie bereits seit einigen Jahren gewesen.

Die griechische Polizei verhaftete bereits am vergangenen Mittwoch in Athen und auf der Insel Rhodos insgesamt 14 Personen, darunter acht Griechen, fünf Syrer und einen irakischen Staatsangehörigen. 14 weitere würden in der Türkei, Belgien und Deutschland gesucht. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman unter Berufung auf die griechischen Behörden.

Der Schmugglerring, so heißt es weiter, habe zwischen 1200 und 2500 Euro in bar pro Person genommen, um diese von der Türkei nach Griechenland zu schaffen. Kinder hätten die Hälfte gekostet (je höher jedoch die Hürden, desto höher auch der Preis – mehr hier). Daneben seien die Migranten auch von Griechenland weiter nach Italien gebracht und mit gefälschten Dokumenten ausgestattet worden.

Illegale in Griechenland leben unter schlimmsten Bedingungen

Griechenland, dessen Inseln teilweise sehr leicht von der türkischen Küste aus zu erreichen sind, gilt als wichtigste Anlaufstelle in Europa für Zehntausende illegaler Migranten – Jahr für Jahr (erst im Dezember 2012 wurde ein zehn Kilometer langer Grenzwall fertiggestellt – mehr hier). Während es viele von ihnen über Italien bis in andere europäische Staaten schaffen, stranden auf der anderen Seiten Tausende von ihnen als Illegale in Griechenland, wo sie auf Grund der anhaltenden Finanzkrise nicht selten unter schlimmsten Bedinungen leben müssen.

Bereits im vergangenen Jahr begann die griechische Regierung mit einem rigideren Vorgehen gegen illegale Einwanderer. Insgesamt hat sich die Situation für diese Menschen in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert. Die Anti-Einwanderer-Rhetorik hat sich verschärft, rassistische Übergriffe steigen an.

Schmuggelaktionen mit mindestens 340 Migranten

Im aktuellen Fall, so berichtet das Blatt weiter, hätten die Behörden ein Segelboot sowie ein Schnellboot beschlagnahmt. Nach drei weiteren Schnellbooten, die die Bande angeblich benutze, werde noch gesucht. Daneben konfisizierte die Polizei zahlreiche Handys, SIM-Karten, Seekarten, GPS-Geräte, große Mengen von Bargeld und Anlagen zur Herstellung von gefälschten Dokumenten. Unter den jetzt Festgenommenen soll sich auch der angebliche Rädelsführer der Bande sowie der für die Finanzen zuständige Kopf des Rings, beide syrischer Abstammung, befinden. Ebenfalls unter den Inhaftierten befinde sich ein Grieche, der für die Bereitstellung von Fahrzeugen und Booten verantwortlich gewesen sein soll, um die Migranten zu transportieren.

Der Polizei zufolge, gehen mindesten zehn Aktionen zu Lasten des Schmugglerrings, die in den vergangenen Jahren in Griechenland oder in der Türkei abgefangen wurden. Darin involviert sollen mindestens 340 Migranten gewesen sein (erst im September 2012 sank ein Flüchtlingsboot vor der türkischen Küste – mehr hier).

Mehr zum Thema:

Flucht in die EU: Istanbul ist die Hauptstadt der Menschenschmuggler
60 Tote: Flüchtlingsboot sinkt vor türkischer Küste
Chaos in Syrien: Türkei macht jetzt alle Grenzen dicht!

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.