Bulgarien: Türkischstämmiger Politiker entkommt Attentat vor laufender Kamera

Der Vorsitzende der türkisch-bulgarischen Partei DPS wurde am Samstag Ziel eines versuchten Attentats. Die DPS macht die anti-türkische Haltung anderer Parteien für die Tat verantwortlich.

Zu der schockierenden Tat kam es am Samstag, während einer Rede des Parteivorsitzenden der DPS, Ahmet Doğan, die live im TV übertragen wurde. Aus der Menge der Zuschauer stürzte plötzlich ein Mann auf die Bühne, der Doğan anschließend eine Waffen an den Kopf hielt. Die Security reagierte allerdings schnell, wie im Video zu sehen ist und überwältigte den Mann.

„Ahmet Doğan ist in guter Verfassung. Alles ist unter Kontrolle“, erklärte ein DPS-Sprecher noch am Samstag. „Die Demokratie ist in Bulgarien gefährdet“, so Lütfi Mestan, Vize-Vorsitzender der DPS über das versuchte Attentat.

Der 58-Jährige Doğan wollte zu diesem Zeitpunkt seinen Rücktritt von der Partei der türkischen Minderheit in Bulgarien bekannt geben und seinen Vorsitz an Mestan abgeben, wie es aus Parteikreisen heißt. Motive für die Tat sind derzeit noch nicht bekannt. Schon in der Vergangenheit wurde die Partei allerdings wiederholt Ziel rechtsextremistischer Attacken.

„Ganz egal, wer dieses Attentat zu verantworten hat, der Grund dafür sind die hasserfüllten Statement gegen unsere Partei. Gott sei Dank war dieser Versuch nicht erfolglos“, so Mestan. Einige Gruppen würden die DPS „dämonisieren“ und deshalb zur Ablehnung der Partei in der Gesellschaft führen.

Uneinig sind sich die Medien über einen Anschuss. Während einige melden, der Mann habe die Waffe abgefeuert, es habe sich allerdings ein Stau in der Waffe gebildet und so einen Schuss verhindert, melden andere, dass er noch vor Abschuss überwältigt worden sei. Die Polizei entdeckte später auch ein Messer in den Taschen des Täters.

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