Zensur bei Facebook: Jetzt trifft es die türkische Anti-Rassismus Initiative „DurDe!“

Facebook ist weltweit das beliebteste soziale Netzwerk. Doch nun hagelt es Kritik an der Zensurpolitik des Unternehmens. Ausgerechnet eine türkische Menschenrechtsinitiative ist der Beschwerdeträger.

Den Aussagen der türkischen Anti-Rassismus Initiative „DurDe!“ zufolge, sei der Zugang zu ihrer Facebook-Homepage für ihre Administratroren gesperrt worden, so die türkische Tageszeitung Hürriyet. „Ohne jegliche Begründungen oder Ankündigungen ist es zu dieser Aktion von Facebook gekommen“, so einer der Mitbegründer von „DurDe!“, Cengiz Algan. Der Facebook-Auftritt sei immer noch aktiv, doch habe man als Administratoren keinen Zugriff mehr. Die Initiative ist seit dem Jahre 2007 aktiv daran beteiligt die Öffentlichkeit über rassistische und nationalistische Vorkommnisse in der Türkei zu informieren und die Menschen in Bewegung zu setzen. Dabei gehe es um geschlechterspezifische, religiöse, ethnische, homophobische und transphobische Diskriminierung (, denn Minderheiten fühlen sich in der Türkei noch immer bedroht – mehr hier). Ferner setzt sich die Initiative für die Anerkennung des Armenischen Genozids aus dem Jahre 1915 ein (mehr zum Gedenken daran – hier).

„Facebook ignoriert Hassseiten“

Cengiz Algan wirft Facebook Heuchelei vor. Während es eine Reihe von Hassseiten auf Facebook gäbe, die sich gegen Kurden und Armenier richten, werden diese ignoriert und müssen sich keinerlei Restriktionen unterwerfen. Stattdessen sei man darauf Bedacht ausgerechnet eine Initiative gegen Hassseiten und Diskriminierung zu zensieren, so Algan. Man habe auch schon die Türkei-Sektion von Facebook angeschrieben. Eine Antwort sei bisher ausgeblieben. Nun werde man die Hauptzentrale von Facebook kontaktieren. Beim Ausbleiben einer Antwort, werde man gerichtlich vorgehen. Algan stellt die Vermutung auf, dass es „rassistische “ türkische Mitarbeiter bei Facebook gäbe. Deshalb müsse Facebook sein operatives Geschäft in der Türkei überprüfen lassen.

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