Olympia 2020: Türkische Sponsoren bereits mit 20 Millionen Dollar eingestiegen

Dass London wohl nicht nachhaltig von den Olympischen Sommerspielen 2012 profitieren kann, scheint die türkische Geschäftswelt nicht weiter zu stören. Wie das für Olympia 2020 zuständige Komitee in der Türkei mitteilte, habe das sportliche Megaevent bereits Sponsorenverträge in Höhe von 20 Millionen Dollar für sich gewonnen. Dort ist man überzeugt: die wirtschaftliche Performance der vergangenen Jahre bringt den Zuschlag.

Unter den Sponsoren, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, befänden sich auch die sieben führenden Unternehmen des Landes. Die wachsende Wirtschaftskraft der Türkei werde von ihnen ganz klar als Aktivposten für die Olympia-Kandidatur 2020 betrachtet. Unter den Unterstützern der endgültigen Bewerbung Istanbuls, das sich nun gegen Madrid und Tokio behaupten muss, seien demnach Turkish Airlines, die Koç Holding, der führende Mobilfunkbetreiber Turkcell, Ülker, Doğuş Group, Digiturk sowie die Sabancı Holding.

„Das sind die größten Investitionen des privaten Sektors in eine Bewerbung in der türkischen Sportgeschichte“, so der türkische Bewerbungschef Hasan Arat im Rahmen einer Pressekonferenz an diesem Montag. Und dieses Engagement, so Arat weiter, reflektiere deutlich das bemerkenswerte Wirtschaftswachstum in den vergangenen fünf Jahren. Ganz anders als das etwa in Spanien oder Japan der Fall ist.

„Die Chancen Istanbuls sind so groß wie nie“

Dass der wirtschaftliche Erfolg der Pluspunkt der Türkei ist, davon zeigte sich Uğur Erdener, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der Türkei (TMOK), schon im vergangenen Jahr überzeugt. „Die Chancen Istanbuls sind so groß wie nie“, so Erdener damals. Nach vier gescheiterten Bemühungen, in denen die wirtschaftliche und politische Situation des Landes immer eine große Rolle bei der Ausschreibung gespielt habe, hätte die Türkei nun große Chancen auf diesem Gebiet zu punkten (die Formel 1 scheiterte jedoch – mehr hier).

Wie der türkische Finanzminister Mehmet Şimşek erst in der vergangenen Woche mitteilte, sei die türkische Wirtschaft 2012 um drei Prozent gewachsen, alles in allem aber deutlich hinter dem Tempo der Vorjahre zurückgeblieben. Einer Prognose der Weltbank zufolge werde das Wachstum im Jahr 2013 die Vier-Prozent-Marke erreichen. Eine Performance, die für das sportliche Riesenspektakel auch unbedingt erforderlich ist: „Wenn man keine starke Wirtschaft hat, kann man das auch nicht überstehen. Denn es gibt da einen riesen Berg an Investitionen“, so Arat (bis 2050 soll die Türkei den Westen sogar eingeholt haben – mehr hier).

Die Türkei hat ihre endgültigen Bewerbungsunterlagen Anfang Januar dem IOC in dessen Hauptquartier in Lausanne überreicht. Das IOC wird die Gastgeberstadt in einer Abstimmung im kommenden September in Buenos Aires wählen.

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