Amoklauf in der Türkei: Gefängniswärter tötet drei Kollegen

In Ankara ist es an diesem Dienstagmorgen zu einer Bluttat gekommen. Ein Gefängniswärter tötete bei einem Amoklauf auf dem Weg zur Arbeit drei seiner Kollegen. Das Tatmotiv ist bisher unklar. Bereits nach dem Massaker von Newtown Ende 2012 waren in der Türkei Rufe nach schärferen Waffengesetzen laut geworden.

Gegen sieben Uhr an diesem Dienstagmorgen, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Zaman, habe der Sincan-Gefängnis-Shuttlebus den Wärter Emre Ençok an der Ahi Mesut Boulvard-Busstation im Distrikt Etimesgut abgeholt. Als der Bus seine Fahrt fortsetzte, begann Ençok unvermittelt auf seine Kollegen zu schießen. Seine drei Kollegen Ali Duran, Çelebi Aygün und Mustafa Halıcı starben. Eine weitere Sicherheitsbeamtin, Seda Duran, wurde schwer verletzt.

Die Frau von Ali Duran wurde ins Sincan Krankenhaus gebracht. Über ihren aktuellen Zustand hat das Blatt im Augenblick keine näheren Informationen. Ebenfalls unklar, so die Zeitung weiter, sei das Motiv von Ençok. Ersten Meldungen zufolge habe er seine Arbeitskollegen jedoch der „Verleumdung“ beschuldigt. Zeugen gaben an, dass er noch vor dem ersten Schuss angefangen habe zu schreien: „Wie konntet ihr mir das antun?“ Die Polizei hat Emre Ençok inzwischen festgenommen. Eine Untersuchung wurde bereits eingeleitet. Mit welcher Waffe er gefeuert hat, wurde bisher nicht bekannt.

Nach dem Amoklauf des 20-jährigen Adam Lanza an einer Grundschule in Newtown im Dezember vergangenen Jahres waren auch in der Türkei Rufe nach schärferen Waffengesetzen im Land laut geworden (die Kinder waren im Alter zwischen 5 und 10 Jahre  – mehr hier). So fürchtete die UMUT Stiftung, dass auf Grund des enormen Anstiegs der Waffenanzahl in der Türkei auch dort ähnliche Katastrophen geradezu vorprogrammiert seien. Denn: Einem Bericht der Stiftung zufolge wären in der Türkei rund 20 Millionen Waffen in Privatbesitz, davon seien allerdings nur 2,5 Millionen lizensiert. Ihr Appell richtete die Organisation, deren Arbeitsschwerpunkt im Kampf gegen die Verbreitung von Kleinwaffen liegt, sowohl an Ankara als auch an Washington (der Vorwurf der Stiftung: in der Türkei gibt es keine Überwachung, keine Aufzeichnung, keine Zertifizierung oder Ausbildung – mehr hier).

Unterdessen ist es auch in den USA zu einem erneuten Massaker gekommen. Der 15-jährige Sohn eines Pfarrers löschte zu Wochenbeginn in Albuquerque, im südwestlichen Bundesstaat New Mexico seine Eltern samt seiner drei Geschwister aus. Das Familienoberhaupt war als Seelsorger für die Feuerwehr und ehrenamtlich als Gefängniskaplan im Einsatz. Insgesamt hatte die Familie zehn Kinder. Der Täter hatte ein „militärartiges Sturmgewehr“.

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