Kampf gegen den Terror: Türkei bittet Belgien um Hilfe

Die PKK hat intakte Netzwerke innerhalb der EU. Nun soll im Rahmen eines Treffens zwischen türkischen und belgischen Amtskollegen ein weitgehendes Vorgehen gegen die Terrororganisation manifestiert werden.

Heute beginnen die dreitägigen türkisch-belgischen Gespräche über eine engere Kooperation zwischen beiden Ländern im Bereich der Terrorbekämpfung. Sie finden in Brüssel statt und im Mittelpunkt werde das PKK-Problem in Belgien stehen, so die türkische Tageszeitung Hürriyet. Zu diesem Zweck seien insgesamt drei türkische Minister nach Brüssel angereist. Neben dem türkischen Justizminister Sadullah Ergin und dem Innenminister İdris Naim Şahin, sei auch Außenminister Ahmet Davutoğlu dabei. Die Gruppe der belgischen Gesprächsteilnehmer setze sich aus dem Außenminister Didier Reynders, Innenminister Joelle Milquet, der Justizministerin Annemie Turtelbloom und der Staatsministerin für Migration und Integration Maggie de Block zusammen. Zwischen den Ministern beider Länder sollen Kooperationsverträge geschlossen werden.

Beherbergt Belgien Terroristen und Extremisten?

Belgien beheimate eine Reihe von prominenten türkischen Linksextremisten und PKK Mitgliedern. Beispielsweise lebe Zübeyir Aydar, der zu den wichtigsten Führern der PKK in Europa gehört, in Brüssel. Aydar war an den sogenannten “Oslo-Gesprächen 2010” zwischen der PKK und dem türkischen Nachrichtendienst (MIT) beteiligt (die Gespräche wurden durch ein Tonband aufgedeckt – mehr hier). Den Angaben des türkisch-amerikanischen Analysten am Washington Institute for Near East Policy, Soner Çağaptay zufolge, nutze die PKK die demokratischen Freiheiten in Europa aus, um Propaganda zu betreiben und Finanzquellen für ihren bewaffneten Kampf in der Türkei bereitzustellen. Belgien sei sehr wichtig für Aktivitäten der PKK in Europa. Ein großer Teil der in Belgien lebenden türkischen Staatsbürger seien Kurden, so die Zaman. Auch Frankreich sei ein Gebiet mit einem weit verbreiteten PKK-Netzwerk. Der französische Analyst vom Pariser Institut für Kriminologie, François Haut berichtet, dass 80 Prozent des Drogenhandels in den Vororten von Paris durch die PKK kontrolliert werde. Anfang des Monats wurden drei weibliche PKK-Aktivistinnen in Paris ermordet (mehr – hier). Zuvor hatte Abdullah Öcalan verkündet, dass der bewaffnete Kampf der PKK vorbei sei (mehr – hier).

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