700.000 US-Dollar Strafe: McDonald’s kapituliert vor islamischen Ernährungsvorschriften

Für eine vermeintliche Mogelpackung muss der US-amerikanische Fastfood-Riese McDonald's jetzt tief in die Tasche greifen. Der Restaurantkette und einem ihrer Franchise-Nehmer wurden jetzt eine Strafe von satten 700.000 US-Dollar aufgebrummt. Der Grund: Ein Sandwich wurde zwar als e „ḥalāl“ (islamisch erlaubt) beworben, aber dann offenbar nicht als solches serviert.

Zugetragen hat sich der nun teuer gewordene Schwindel mit der vermeintlich islamisch korrekten Küche in Detroit. Das berichtet an diesem Dienstag die türkische Zeitung Zaman. McDonald’s und Finley’s Management Co. stimmten demnach bereits am vergangenen Freitag zu, die Gesamtsumme von umgerechnet 525.000 Euro an den Privatmann und Kläger Ahmed Ahmed (15.000 Euro), das arabisch-amerikanische Nationalmuseum in Dearborn (115.000 Euro), an die hiesige Huda Klinkik (205.000 Euro) sowie an eine Gruppe von Juristen (170.000 Euro) zu überweisen.

Wie Ahmeds Anwalt, Kassem Dakhlallah, der Associated Press mitteilte, sei er von dem nun getroffenen Abkommen „begeistert“. Dieses solle nun aller Voraussicht nach am 1. März dieses Jahres fixiert werden. Zwar würden sowohl McDonald’s als auch Finley’s Management Co. nach wie vor jegliche Haftung leugnen, stünden aber auf dem Standpunkt, dass der jetzige Deal für alle Beteiligten das Beste sei.

McDonald’s-Filiale geht das Halal-Fleisch aus

Den Stein ins Rollen brachte eine Begebenheit, die sich bereits im September 2011 ereignete. Damals wollte Ahmed Ahmed in einem McDonald’s Restaurant in Dearborn, übrigens einem von lediglich zwei Filialen in den Vereinigten Staaten, die überhaupt Halal-Ware anbieten (beide befinden sich in Dearborn) ein Hühnersandwich essen (hier entstand auch die umstrittene Reality-Show „All-American Muslim“ – mehr hier). Doch das islamische korrekte Fleisch stellte sich seiner Ansicht nach als „Ḥarām“ heraus. Die Vermutung: Einem der beiden Restaurants, die übrigens in einer Gegend mit rund 150.000 Muslimen liegen, war zuvor das islamisch korrete Fleisch ausgegangen. Das sei, so Dakhlallah weiter, schließlich auch aus dem Umfeld von McDonald’s bestätigt worden. Doch einer direkten Konfrontation folgte keine Reaktion. Die Folge: Ahmed und sein Anwalt reichten im November 2011 im Wayne County Circuit Court Klage ein.

Dass McDonald’s seine Kunden bewusst getäuscht habe, daran glauben Ahmed und sein Anwalt allerdings nicht. Sie gehen von Fahrlässigkeit aus. Von Anfang an sei die Schnellimbisskette seriös aufgetreten und habe signalisiert, dass der Fall dort sehr ernst genommen werde. Sie hätten deutlich gemacht, so der Anwalt weiter, dass sie diesen Fall lösen wollten (in Dänemark wurde ein Kochschüler hingegen gezwungen, Schweinefleisch zu essen – mehr hier).

Erste Klage im Zusammenhang mit Halal-Lebensmitteln

Nach Angaben von Dakhlallah sei dies die erste Klage dieser Art im Zusammenhang mit McDonald’s und Halal-Lebensmitteln. Für Aufsehen sorgten übrigens bereits im Jahr 2002 irrtümlich als vegetarisch angepriesene Pommes Frites. Damals stimmte McDonald’s zu, zehn Millionen Dollar an hinduistische und andere Gruppen zu spenden, die in den USA geklagt hatten, weil im verwendeten Frittier-Öl Spuren von Rindfleisch zu Aromazwecken enthalten waren.

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