NATO-Mission: Bundeswehrsoldaten in der Türkei attackiert

Sieben Bundeswehrsoldaten, die sich im Rahmen des NATO-Einsatzes derzeit in der Türkei aufhalten, wurden in İskenderun von einer gut 40-köpfigen Gruppe einheimischer Aktivisten angegriffen. Die Täter, die sich gegen die Installierung von Patriot-Raketensystemen an der türkisch-syrischen Grenze stellen, bedrohten und beschimpften die Männer.

Die Bundeswehrsoldaten, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, seien nach dem Verlassen eines Geschäftes in der türkischen Hafenstadt İskenderun von dem pöbelnden Mob angegriffen worden. Die Gruppe, die dem Blatt zufolge aus Mitgliedern der türkischen Jugendvereinigung TGB, die Verbindungen zur nationalistisch-sozialistischen Partei İşçi Partisi (İP) unterhält, bestand, habe, in Erinnerung an die Behandlung von elf türkischen Soldaten in der nordirakischen Stadt Sulaimaniyah im Jahr 2003, einem der Soldaten einen Sack über den Kopf gezogen, in dem sich weißes Pulver befunden haben soll. Mit Hilfe türkischer Sicherheitskräfte, die die Soldaten bei ihrem Gang begleitet hatten, gelang es den Deutschen schließlich unverletzt und in guter Verfassung in ihre Quartiere zurück zu kehren.

Aktivisten: Türkei kein Zentrum für Angriffe auf Nahen Osten

Auch nachdem die Bundeswehrsoldaten die Szenerie verlassen hatten, setzten die Demonstranten ihren Protest fort. Der Kopf der Gruppierung erklärte: „Wir werden es nicht zulassen, dass die Türkei das Zentrum für Angriffe auf den Nahen Osten wird. Wir werden nicht zulassen, dass amerikanische und NATO-Soldaten frei in diesem Land reisen können. Ganz gleich, ob deutsche oder amerikanische Soldaten, wir stecken ihre Köpfe in Säcke.“ (in Deutschland zeigt sich vor allem die Partei Die Linke als Gegner des Einsatzes – mehr hier).

Die hiesige Polizei verurteilte den Vorfall scharf. Wie Cengiz Başar, Chef der zuständigen Polizeibehörde, der Presse mitteilte habe die Gruppe gegen die öffentliche Ordnung und das Gesetz verstoßen. Nach einem kurzem Handgemenge konnte die Polizei schließlich 15 Aktivisten festnehmen, andere Medien sprechen von 26 Festnahmen. Unter ihnen soll sich auch TGB-Präsident İlker Yücel befunden haben.

Kam es zu einer Verwechslung mit amerikanischen Soldaten?

Augenzeugen zufolge hätten die Demonstranten die in Zivil auftretenden Soldaten zunächst nicht als Deutsche erkannt, sondern sie für Amerikaner gehalten. Die ersten Patriot-Systeme waren erst am vergangenen Montag, den 21. Januar, in İskenderun eingetroffen. Schon hier gab es heftige Demonstrationen (Um Zuge der Auseinandersetzungen sollen 20 Demonstranten verhaftet worden sein – mehr hier).



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