15 Jahre Haft: Türkisches Gericht verurteilt Mörder von Bischof Luigi Padovese

Der Mord an dem katholischen Bischof Luigi Padovese wurde jetzt von einem türkischen Gericht gesühnt. Der Täter muss für 15 Jahre ins Gefängnis. Er hatte den Geistlichen im Juni 2010 zunächst erstochen und dann den Kopf fast abgetrennt.

Der Täter Murat Altun habe vor Gericht geltend machen wollen, dass er zum Tatzeitpunkt keine Kontrolle über sich gehabt hätte. Seine Anwälte plädierten darauf hin auf Unzurechnungsfähigkeit. Doch eine medizinische Kommission entschied, dass er sehr wohl prozessfähig sei. Sein Urteil: 15 Jahre Haft. Das berichtet das Portal CatholicCulture.org.

Erzbischof von Smyrna glaubt an islamischen Ritualmord

Während der Verhandlung habe Altun, der einst der Fahrer des Bischofs gewesen war, mehrere widersprüchliche Erklärungen für seine plötzliche Entscheidung, Luigi Padovese zu ermorden, abgegeben. Schon kurz nach der Tat wurde jedoch sowohl von Papst Benedikt XVI., dem apostolischen Vikar Louis Pelâtre als auch den türkischen Behörden ein politischer oder religiöser Hintergrund ausgeschlossen. Dennoch forderten Katholische Würdenträger in der Türkei die türkische Regierung auf, den Fall gründlicher zu untersuchen.

Als Skeptiker tat sich vor allem Padoveses Amtsvorgänger, Ruggero Franceschini, Erzbischof von Smyrna, hervor. Er wollte in der Tat, entgegen der offiziellen Lesart, die Handschrift eines Islamisten erkannt haben und erklärte: „Murat Altun hatte alles genau geplant. Er vollzog einen islamischen Ritualmord. Er ging mit einer solchen Gewalt vor, daß er den Bischof fast enthauptete. So tötet jemand, der zeigen will, daß er ein wirklich radikaler Moslem ist.“ Es sei immer ein Risiko Moslems des Ortes zu beschäftigen, so Franceschini weiter. Diese Lehre habe man teuer bezahlt (unter christlichen Armeniern in Deutschland wächst die Sorge über zunehmende Islamisierungstendenzen in der Türkei – mehr hier).

Der 1947 in Mailand geborene katholische Bischof und Apostolischer Vikar von Anatolien in der Türkei Luigi Padovese kam am 3. Juni 2010 in der türkischen Hafenstadt İskenderun ums Leben. Zu jener Zeit war er Vorsitzender der türkischen Bischofskonferenz (CCEE). Die Bluttat geschah direkt vor seinem Wohnhaus (Minderheiten fühlen sich in der Türkei noch immer bedroht – mehr hier).

Mehr zum Thema:

Gleiche Rechte auch im Tod: Nicht-Muslime fordern Ende der Diskriminierung bei der Bestattung
Pew Research Center: Intoleranz auf Grund der Religion nimmt zu
DITIB-Gemeinde: Erster öffentlicher Muezzinruf in Eschweiler


Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.