Schluss mit der Party: Erdoğan macht Ferienspaß für Beamte ein Ende

Das türkische Finanzministerium hat auf Geheiß von Premier Recep Tayyip Erdoğan mit einer Bestandsaufnahme der öffentlichen Urlaubs-Einrichtungen für Beamte begonnen. Erdoğan nannte die Anlagen eine „Verschwendung von staatlichen Geldern“ und kündigte deren Privatisierung an.

Erst in der letzten Woche machte der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan seinem Unmut über die Urlaubs-Einrichtungen für die Staatsdiener Luft. Diese würden, so berichtet die türkische Zeitung Hürryiet, lediglich zwei Monate im Jahr genutzt und würden den Rest der Zeit brach liegen. Er schlug nun vor, stattdessen Vereinbarungen mit Hotels zu den gleichen Konditionen einzugehen, was nach Ansicht der Zeitung darauf hindeute, dass diese Ferienanlagen in Zukunft verkauft werden könnten (eine Auswahl der schönsten Traumstrände der Türkei gibt es hier – mehr hier).

Nun hat das türkische Finanzministerium auf Erdoğans Kritik reagiert und versuche im Rahmen einer Inventur festzustellen, wie viele Anlagen und zu welchem Zweck eigentlich zur Verfügung stünden. Einbezogen, so heißt es weiter, würden in diese Arbeit alle öffentlichen Einrichtungen. Von einer möglichen Privatisierung betroffen seien auch Liegenschaften der türkischen Streitkräfte. Was nach Angaben einer Quelle der türkischen Zeitung Radikal auch bedeute, dass Tausende von Kilometern an Grundstücken in Badeorten in der Türkei privatisiert würden.

Bei der Vereinigung für Angestellte im öffentlichen Dienst kommen diese Bestrebungen aber offenbar gar nicht gut an. Die Argumentation: Ein solcher Schritt nehme das Recht der Arbeitnehmer, sich auszuruhen und sei ein Produkt der liberalen Politik. Die Regierung habe den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes jedoch die Möglichkeit zu garantieren, Urlaub unter adäquaten Bedingungnen zu machen. Arbeit sei ein Menschenrecht. Aber Ruhe sei das auch. Die Regierung ziele auf Effizienz, berücksichtige aber nicht die Bedürfnisse der Menschen. Abgefangen könnten solche Bestrebungen daher nur durch entsprechende Ausgleichszahlungen. Eine erste Summe steht auch schon im Raum: 11.000 Lira für 30 Tage Urlaub.

Erst am 21. Januar wurden im Amtsblatt des Finanzministeriums die neuen Kosten für Urlaubseinrichtungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst bekannt gegeben. Demnach werden sich diese im Schnitt auf 20 Lira täglich (pro Person) inklusive dreier Mahlzeiten belaufen und werden von den Beamten selbst getragen.

Mehr zum Thema:

Tourismus: Türkei will junge Europäer als Kunden anziehen
Buhlen um Touristen: TUTAP arbeitet am größten Web-Portal der Türkei
Urlaubsland Türkei: Jetzt schon Platz 4 im europäischen Vergleich

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.