Mutmaßlicher Mörder von Paris: Er war 2012 ganze zehn Mal in der Türkei

Der für die Pariser PKK-Morde Tatverdächtige Ömer G. soll im vergangenen Jahr ganze zehn Mal die Türkei besucht haben. Derzeit ist die hiesige Polizei dabei, seine Spuren nachzuvollziehen. Doch schon jetzt fällt auf: Wie ein „typisches“ PKK-Mitglied hat er sich dabei nicht verhalten.

Zuletzt, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, sei der Tatverdächtige Ömer G. am 22. August 2012 in der Türkei gewesen sein. Acht Tage lang sei er damals nach Ankara gereist. Nun würden der türkische Geheimdienst MİT und die lokale Polizei seine Treffen und Aktivitäten in dieser Zeit untersuchen.

Bereits am vergangenen Montag gab der zuständige französische Staatsanwalt François Molins bekannt, dass der1982 in Şarkışla, Sivas, geborene Ömer G. als Hauptverdächtiger in den Mordfällen Sakine Cansız, Leyla Söylemez und Fidan Doğan betrachtet werde, die am 9. Januar mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet wurden (die Frauen waren zum Tatzeitpunkt allein im Kurdischen Informationsbüro in der Nähe der Gare du Nord Station im zehnten Bezirk der französischen Hauptstadt – mehr hier) .

Ömer G., so der Staatsanwalt, habe für Cansız als Fahrer und Assistent gearbeitet. Weiterhin, so schreibt das Blatt, stellte er fest, dass die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen seien. Derzeit sei unklar, ob der Mann allein handelte oder gemeinsam mit anderen. Im Augenblick gäbe es jedenfalls Untersuchungen in Richtung verschiedener Personen, mit denen er zusammengearbeitet haben könnte.

Ömer G. reiste nicht mit gefälschten Papieren ein

Ömer G.s letzter Besuch in der Türkei kollidierte übrigens mit dem Bekanntwerden neuerlicher Gespräche zwischen der Terrororganisation PKK und der türkischen Geheimdienste im norwegischen Oslo (auch derzeit läuft ein neuer Dialog mit PKK-Führer Abdullah Öcalan – mehr hier). Er kam am 22. August auf dem Istanbuler Atatürk Flughafen an und reiste noch am gleichen Tag weiter nach Ankara. Anders als die meisten anderen Mitglieder der PKK soll er das jedoch nicht mit einem gefälschten Pass getan haben, sondern mit seinen echten Papieren unter seinem realen Namen eingereist sein.

Während seines Aufenthaltes in Ankara, so heißt es weiter, habe er am 24. August seinen Reisepass gegen einen biometrischen Pass getauscht. Während seines Besuchs in der Hauptstadt soll er allerdings keine Verwandten besucht haben. Was er dort zu schaffen hatte, das versuchen Polizeibeamte nun unter anderem durch die Auswertung von Überwachungskameras herauszubekommen. Ömer G. hat keine Vorstrafe in der Türkei.

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