Irak: Türkei möchte im Öl- und Erdgasgeschäft mitmischen

Erdöl und Erdgas gibt es im Irak wie Sand am Meer. Noch toben die politischen Spielchen um die Machthohheit. Jetzt kommt ein weiterer Spieler mit ins Boot. Die Türkei will einen Teil des Kuchens allein für sich ergattern.

In Istanbul fand diese Woche eine energiepolitische Konferenz statt. Gastgeber war die türkische Marmara Gruppe. Die Teilnehmer sprachen über die Erdgasressourcen des Irak und über Möglichkeiten der türkischen Unternehmen Profit aus dem Energiegeschäft zu ziehen, so die türkische Zeitung Hürriyet. So werde der Irak im Jahre 2035 zum fünft- oder sechstgrößten Erdgasproduzenten werden. Deshalb sei es wichtig für türkische Unternehmen Investitionen in die irakische Energiewirtschaft zu tätigen. Nicht nur alleine im Nordirak, sondern auch im Süden des Irak, so einer der Teilnehmer.

Keine Lizenzrechte für Südirak

Weiterhin wurde auf einen Missstand hingewiesen: Bagdad verbiete es türkischen Unternehmen, die im Nordirak aktiv sind auch im Südirak tätig zu werden. Diese Erfahrung habe beispielsweise das türkisch-britische Energieunternehmen Genel Enerji gemacht. Ein weiterer Teilnehmer habe eine Warnung an alle türkischen Unternehmen ausgesprochen. So müsse die Türkei möglichst bald im großen Stil in das nordirakische Öl- und Gasgeschäft als Produzent einsteigen. Andernfalls werde man künftig nur noch Spediteurtätigkeiten für US-Amerikanische Ölunternehmen ausüben müssen. Jene seien nämlich sehr stark vertreten im Nordirak.

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