Das Herz am rechten Fleck: Türkische Mutter rührt ganz Russland zu Tränen

Mit ihrer Hingabe hat die aus Antalya stammende Türkin Gülsüm Kabadayı ein ganzes Volk begeistert. Die Frau kümmert sich seit Jahren aufopferungsvoll um einen behinderten russischen Jungen. Nun sprach sie darüber in einer russischen Talkshow. Ihr Mitgefühl und ihre Großzügigkeit rührten die Nation zu Tränen.

Vor vier Jahren ging alles ganz schnell:  Ein heute 21-jähriger Russe wurde am 30. August 2008 im Distrikt Aksu in einen Unfall mit einem Bus verwickelt und dabei schwer verletzt. Er fiel ins Koma und ist bis heute behindert, seine Identität nach wie vor ungeklärt. Weit weg von der Heimat hat er in der Türkin Gülsüm Kabadayı, die damals zur gleichen Zeit wegen eines Verwandten im Krankenhaus war,  jedoch eine Ersatzmutter gefunden. Hingebungsvoll kümmert sie sich seither um den jungen Mann, den sie zuvor nicht gekannt und mittlerweile Umut genannt hat. Ihre Geschichte erzählte sie jetzt im russischen Kanal 1 in der Sendung des bekannten russischen Journalisten Andrej Malahov. Ihr Engagement bewegte eine ganze Nation.

Kabadayı holte schwerbehinderten Jungen nach Hause

Niemand, so berichtet nun auch die türkische Zeitung Sabah, habe sich damals für den Buben verantwortlich gefühlt. Doch Kabadayı ergriff die Initiative und holte ihn zu sich nach Hause. Seither dreht sich alles um den Schwerstbehinderten. Via Einspieler wurde dem russischen Publikum nun vor Augen geführt, wie der Alltag mit Umut aussieht. Sie massiert ihn, füttert ihn und küsst von Zeit zu Zeit seine Wangen. Der Körper des 21-Jährigen ist gefesselt, sein Geist aber offenbar nicht. Als ihm die Reporter schließlich erklärten, man wolle versuchen, seine Angehörigen in Russland zu finden, da wurde auch der Druck seiner Hand ganz fest. Umut hatte verstanden.

Pflege zeugt von tiefen Banden zwischen Russen und Türken

Im Moskauer Studio wurde die hingebungsvolle Ersatz-Mutter aus der Türkei frenetisch empfangen. Für Moderator Malahov hattediese Frau das geschafft, was viele Diplomaten und Politiker nicht fertig gebracht hätten: „Sie haben die wahren Bande der Freundschaft, die es zwischen der Türkei und Russland gibt, bewiesen.“ Danach gefragt, woher sie die Kraft für die vergangenen vier Jahre genommen hätte, um diesen Jungen wie ihr eigenes Kind zu pflegen, antwortete Kabadayı wiederum ganz bescheiden. „Von meinem Gott, meinem Volk, meinen Ärzten und anderen türkischen Müttern. Das ist wirklich etwas, das nicht mit Worten erklärt werden kann.“

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