Türkischer Twitter-Fake: Falscher Bildungsminister zieht tausende Follower an

Wahrscheinlich war es die hohe Internetaffinität türkischer Politiker, die die Twitter-User gleich in Scharen in die Account-Falle tappen ließ. Ein Fake-Profil des neu ernannten türkischen Bildungsministers Nabi Avcı zog gleich mehrere Tausend Follower an. Besonders peinlich: Es gab sogar einen Fake-Hinweis in den Profil-Informationen.

Seit vergangenen Donnerstagabend, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Hürriyet, hätte es auf dem falschen Twitter-Profil von Bildungsminister Nabi Avcı unter anderem hunderte Glückwunschmeldungen gegeben. Der hatte seinen Posten erst während der letzten Kabinettsumbildung erhalten.

Im Rahmen der Account-Informationen, so heißt es weiter, habe es sogar einen eindeutigen Hinweis darauf gegeben, dass es sich hierbei nicht um den „echten“ Minister handle. Avcı habe das Profil weder angelegt noch angefangen hier zu twittern. Die Twitter-Gemeinde ließ sich davon aber offenbar nicht beeindrucken. Aller Hinweise zum Trotz überschütteten sie den vermeintlichen Minister über Nacht mit Nachrichten.

Am vergangenen Donnerstag fand in der Türkei eine lang erwartete Kabinettsumbildung statt. Betroffen waren vier Ministerien. Die wichtigsten Veränderungen betrafen das Innenministerium. Der umstrittene İdris Naim Şahin räumte seinen Posten zugunsten von Muammer Güler, ein ehemaliger Gouverneur und AKP-Abgeordneter von Mardin. Daneben wurde Kultur- und Tourismusminister Ertuğrul Günay von Ömer Çelik abgelöst. Der bisherige Bildungsminister Ömer Dinçer räumte seinen Platz für Nabi Avcı, Gesundheitsminister Recep Akdağ wich Dr. Mehmet Müezzinoğlu.

Warum die User so einfach über den eindeutigen Hinweis hinweg gesehen haben, lässt sich sicherlich nicht für alle gleichermaßen klären. Fest steht jedoch, dass das ohnehin sehr Technik affine Land gerade von seiner Spitzenpolitik in Sachen Medienengagement einiges gewöhnt ist (die Türkei erlebt derzeit einen wahren Internetboom – mehr hier). Hervor tut sich hier besonders Präsident Abullah Gül. Ganz gleich ob Facebook, YouTube, Twitter oder neuerdings sogar Instagram. Das Staatsoberhaupt ist ganz vorne mit dabei (auch bei Facebook und Google schaute er während seiner USA-Visite herein – mehr hier).

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