1,8 Milliarden Tonnen Braunkohle-Reserven entdeckt: Genug Material für über 30 Jahre Strom

Das türkische Ministerium für Energie und Natürliche Ressourcen hat in einer zentral-anatolischen Provinz 1,8 Milliarden Tonnen Braunkohle entdeckt. Die Reserven sollen groß genug sein, um mit Hilfe eines thermischen Kraftwerks für 30 bis 40 Jahre Strom zu erzeugen.

Die gigantischen Braunkohle-Reserven, so berichtet die Turkish Weekly, seien in Karapınar, Konya entdeckt worden. Insgesamt vier Jahre lang habe die Generaldirektion zur Untersuchung und Erforschung von Rohstoffen (MTA) unter der Ägide des türkischen Energieministeriums intensiv gesucht, so Energieminister Taner Yıldız zur Nachrichtenagentur Anatolia.

Investitionen zwischen sieben und acht Milliarden US-Dollar

„Wir haben 1,8 Milliarden Tonnen Braunkohle-Reserven in Karapınar gefunden,“, so der Minister. Und es könnten sogar noch mehr werden. Ziel sei es, mit einer Leistung von rund 5.000 Megawatt Strom zu erzeugen und damit die Kapazität des Atatürk Dam zu verdoppeln. Man erwarte Investitionen zwischen sieben und acht Milliarden US-Dollar.

Erst vor kurzem, so Yıldız, habe die Türkei eine Vereinbarung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten getroffen, um Kohlefelder in Afşin-Elbistan, in der südöstlichen Provinz Kahramanmaraş zu erschließen. Das gigantische Projekt hat einen Wert von etwa zwölf Milliarden US-Dollar und soll nach Angaben der Zeitung 8.000 Megawatt Strom generieren.

Türkei will Anreize für Kohleprojekte schaffen

In der Tat zwingt der steigende Energieverbrauch und die Abhängigkeit von ausländischen Gaslieferungen die Türkei ihre Energieversorgung neu aufzustellen. Die türkische Regierung strebt an, binnen der kommenden fünf Jahre den hiesigen Energiesektor dergestalt umzubauen, dass die Nutzung lokaler Ressourcen mit den bisher sehr hohen Importen mithalten können. Deshalb sucht die Türkei mit allen Mitteln nach neuen Energielieferanten. Vor allem, nachdem die Importe aus dem Iran auf Grund der Sanktionen (mehr hier) weitgehend wegfallen.

Dass man aber im Gegensatz zu vielen EU-Staaten dabei auf Kohle und Kernkraft anstatt auf Erneuerbare Energien setzt, kommt nicht nur im Ausland weniger gut an (mehr hier).  Heute werden rund 50 Prozent der türkischen Stromversorgung durch Gaskraft erzeugt. Diesen Anteil möchte die türkische Regierung aber bis 2023 auf 30 Prozent verringern und will Anreize für kohlebasierte Projekte schaffen.

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