Gesundheitsapostel: Will die Türkei jetzt öffentliches Rauchen von Wasserpfeifen verbieten?

Das Rauchen an öffentlichen Plätzen ist bereits verboten, jetzt will die Türkei offenbar nachziehen und auch das Rauchen von Wasserpfeifen untersagen. Bereits seit einiger Zeit ist das Land bestrebt, seiner Bevölkerung eine gesündere Lebensweise näher zu legen.

Shisha, Wasserpfeife oder Hookah, ganz gleich wie das zumeist wohlriechende Utensil auch benannt wird, geht es nach der türkischen Regierung, verschwindet es bald von den öffentlichen Plätzen. Nach einem entsprechenden Rauchverbot, wolle man nun auch diese ungesunde Angewohnheit beschneiden. Das berichtet der Blog thedailybeast.com.

Angeregt wurde das Ganze durch den Vorsitzenden der Gesundheitskommission des türkischen Parlaments, Cevdet Erdöl, der eine entsprechende Gesetzesvorlage einbringen will. Das Ganze geschehe, so der Blog weiter, im Zuge der Bestrebungen der konservativen islamischen Regierung den Tabakkonsum der türkischen Bürger herunterzufahren. Nun griffen sie mit ihrem jüngsten Vorstoß eine alte Tradition an, kritisiert das Portal.

Doch umstritten ist nicht nur der Umgang der Regierung mit Nikotin. Im vergangenen Jahr sorgte ein rigides Alkoholverbot in Afyonkarahisar für Aufsehen. Am 24. April 2014 erging durch das Büro des Gouverneurs der Beschluss, den Konsum und den Verkauf von Alkohol an öffentlichen Plätzen massiv zu beschränken. Seit Mai vergangenen Jahres wird nun hart durchgegriffen (mehr hier). Ärger rund um das Thema Alkohol gab es im vergangenen Jahr auch im Zusammenhang mit diversen Festlichkeiten und auch großen Festivals in Metropolen wie zum Beispiel Istanbul.

Besonders gefährlich: Trügerischer süßer Tabakrauch

Bereits seit 2009 ist es in der Türkei illegal an öffentlichen Plätzen zu rauchen. Auf Grund von Steuererhöhungen ist Zigarettengenuss in der Türkei mittlerweile ein nicht ganz billiges Unterfangen. Auch türkische Anti-Raucher-Kampagnen zeigen Wirkung. Nichts desto trotz ist das Laster in der Türkei nach wie vor ein gesellschaftliches Massenphänomen. Wie ein OCED-Bericht der Jahre 2011 bis 2012 hervorbrachte, schaffen es die Türken im Ranking der 34 OECD-Staaten immerhin auf Platz fünf (mehr hier).

Wasserpfeifen erscheinen einigen Gesundheitsexperten jedoch besonders fatal. Gerade durch die zumeist fruchtigen Aromen, mit denen der Tabak versetzt sei, würden die Verbraucher vergessen, wie schädlich die inhalierten Inhaltsstoffe tatsächlich seien. Da der Rauch zudem länger in der Lunge verbliebe, sei er sogar noch gefährlicher als der einer herkömmlichen Zigarette.

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