Muslime in London: Zunehmende Isolierung befeuert Fundamentalisten

Die zunehmende Isolation der muslimischen Gemeinschaft Großbritanniens führt zu verstärkten Attacken gegen Muslime. Umgekehrt führt diese Entwicklung aber auch dazu, dass einige unter ihnen der Auffassung sind, sich gerade in manchen Stadtteilen Londons wie „Idioten“ zu benehmen. Darüber klagen die britische Regierung und muslimische Führer gleichermaßen und arbeiten zusammen.

Das Londoner East End, so schreibt das Portal Religion News Service, habe sich zu einer Zone nur für Muslime entwickelt. Ein Ort, an dem man Schwule und Lesben belästige, Männer gezwungen seien, alkoholische Getränke den Rinnstein hinunter zu gießen und Frauen angewiesen würden, ihre nackte Haut zu bedecken.

„Diese Zustände tragen dazu bei, die Kluft zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen immer größer werden zu lassen“, kommentiert Sayeeda Warsi, eine britische Politikerin der Conservative Party pakistanischer Abstammung neuerdings Seniorministerin im Außenministerium, die beschriebene Entwicklung, die in Brüssel genau umgekehrt ist (mehr hier). Genau das, so zitiert sie die Nachrichtenseite, führe zu einem „Dammbruch“ der Extremisten – auf beiden Seiten. Und ein Umstand, der es ihnen letztendlich ermögliche „ihre verdrehten Interessen unkontrolliert“ voranzutreiben. „Ich bin der Meinung, dass ein Angriff auf einen Muslim, ein Angriff auf einen Christen, einen Juden, einen Hindu oder einen Sikh ist“, so die Politikerin am vergangenen Donnerstag.

Fundamentalisten schüren Wut, Angst und Vorurteile

Doch mit ihren Sorgen ist Warsi nicht allein. Diese würden auch von den hiesigen muslimischen Führern geteilt. Sie seien besorgt über die Fundamentalisten, die derartige muslimische Ghettos aufgebaut hätten. „Das sind Idioten, die schnell gestoppt werden müssen“, warnt auch Fiyaz Mughal, Direktor der in London ansässigen Organisation Faith Matters. Denn genau das sei es, was Wut heraufbeschwöre und rassistische wie religiöse Vorurteile schüre. „Man könnte sie genauso gut Faschisten nennen.“

Als Konsequenz hat Warsi nun aktualisierte Statistiken über anti-muslimische Hassverbrechen gefordert. Darüber hinaus billigte sie eine neue „Anti-Muslim Attacks“-Kampagne, die von Mughal organisiert wurde. Mit Hilfe von Postern werden Muslime dazu aufgefordert, Hassverbrechen bei der Polizei zu melden. Eine Aktion, die in allen größeren Städten und Gemeinden Großbritanniens läuft.

77 % der Briten sehen Islam als Bedrohung für westliche Welt

Im vergangenen Jahr verzeichnete das britische Innenministerium 43,748 Hassverbrechen. 1,621, etwa vier Prozent, geschahen auf Grund von Religion. Um welche Religionen es sich genau handelt, darüber gibt die Regierung allerdings keine Auskunft. Doch wer hier die Hauptbetroffenen sein könnten, dazu gibt Warsi einen eindeutigen Hinweis, indem sie eine aktuelle YouGov-Umfrage zitiert, in der 77 Prozent der Befragten angaben, dass der Islam eine Bedrohung für die westliche Zivilisation sei. Darüber hinaus waren 76 Prozent der Meinung, dass die Muslime nicht in den britischen Lebensstil hineinpassen würden. Ähnliche Zustände auch jenseits des Ärmelkanals: In Frankreich empfindet gut die Hälfte der BevölkerungMuslime als Bedrohung (mehr hier).

Auch Mughal ist der Ansicht, dass es wichtig sei, Hassverbrechen gegen Muslime zu verurteilen. Es sei aber ebenso wichtig, die Aktivitäten der islamischen Isolationisten zu enthüllen. Wie etwa die einer kleinen Gruppe im Londoner Stadtteil Whitechapel, die versuchen würden, ihre Werte anderen Menschen aufzudrängen. „Sie behaupten, sie leben in rein muslimischen Teilen von London. Einer dieser Idioten sprach davon direkt vor einer Moschee, die in unmittelbarer Nähe einer Synagoge liegt.“

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