Feindselig: Die Mehrheit der Franzosen lehnt den Islam ab

Eine aktuelle Meinungsumfrage zeigt: 74 Prozent der Franzosen halten den Islam für eine gefährliche Religion. Keine gute Basis für das Zusammenleben in einem Staat, in dem 10,7 Prozent der Bevölkerung Muslime sind.

Die französische Tageszeitung Le Monde hat eine Umfrage des internationalen Marktforschungsinstituts Ipsos veröffentlicht. Zielgruppe der Umfrage waren die französischen Bürger. Im Fokus der Befragung stand der Islam. So meinen etwa 70 Prozent der Befragten, dass es zu viele Ausländer in Frankreich gebe. In diesem Zusammenhang sagen 74 Prozent, dass der Islam sowohl „intolerant“, als auch „inkompatibel“ sei mit den französischen Werten (ähnliche Ergebnisse gab es in Großbritannien – mehr hier).

Ethnische Konflikte vorprogrammiert

Acht von zehn Franzosen meinen, der Islam sei eine Religion, die anderen ihr Glaubenssystem aufzwingen wolle. Über die Hälfte der Franzosen stimmen der Aussage zu, dass die „Muslime in der Mehrheit“ seien und 44 Prozent stufen die Moslems als „fundamentalistisch“ ein. Insgesamt lässt sich hier ein pessimistisches Bild zeichnen. Diese verwurzelte Wahrnehmung der Franzosen könnte den Grundstein für ethnische Konflikte in naher Zukunft legen.

Tickende Zeitbombe

Dem ethnologischen Datensatz des US-Amerikanischen Joshua Projects zufolge, sind 10,7 Prozent der Einwohner Frankreichs Moslems. Dabei handelt es sich um eine mehrheitlich junge Bevölkerung, die unter Arbeitslosigkeit leidet. Die Kombination dieser beiden Kriterien lässt erahnen, welches Aggressionspotential in diesen jungen Menschen steckt. Wenn zu der Perspektivlosigkeit noch zusätzlich Diskriminierung und Ausgrenzung hinzukommen, dann kann man in Bezug auf die Banlieues von einer tickenden „Zeitbombe“ reden. Das gravierende dabei ist, dass jene radikalen Islamisten, die man in Mali zu bekämpfen glaubt, sich ihre Nahrung aus eben jener heimischen Atmosphäre holen (zum Einsatz in Mali – mehr hier).

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