Watchdog: Türkei ist ein Hoch-Risik​o-Staat für Korruption

Es schaut schlecht aus für die Türkei. Transparency International meint, dass das Land sehr anfällig sei für Korruption. Doch da stehen die Türken nicht alleine da. Sie teilen sich diesen Missstand mit Ländern wie den Weltmächten Russland und China.

Der weltweit aktiven Nichtregierungsorganisation Transparency International (TI) zufolge gehöre die Türkei im Bereich der Rüstungsausgaben zu den korruptionsanfälligsten Staaten weltweit. Das ergab ein neuer Index von TI. Die Untersuchung wurde im Rahmen einer Zeitspanne von zwei Jahren in insgesamt 82 Ländern geführt. Die Länder wurden in sechs Gruppen aufgeteilt: Von A (sehr geringe Korruptionsrisiken) über D (hohe Korruptionsrisiken) bis F (kritische Korruptionsrisiken). Die Türkei befindet sich zusammen mit Russland, Tansania, Äthiopien, Pakistan, Malaysia, Jordanien, Kasachstan, Ghana, Georgien, Bangladesch, China, Weißrussland und Ruanda in der Gruppe D (mehr – hier).

Rüstungsbereich insgesamt sehr korrupt

Insgesamt haben 57 Länder unzureichende Kontrollmechanismen bei der Korruptionsbekämpfung. Insbesondere die Rüstungsindustrie sei weltweit korruptionslastig. Der jährliche Verlust belaufe sich hier auf ungefähr 20 Milliarden Dollar, berichtet die türkische Zeitung Zaman mit Verweis auf den TI Mitarbeiter Mark Pyman. „Die Korruption im Rüstungsbereich ist sehr gefährlich und anfällig für finanzielle Verschwendungen. Den Preis hierfür müssen Soldaten, Bürger, Unternehmen und Regierungen zahlen. Die Mehrheit der weltweiten Regierungen unternehmen keine ausreichenden Schritte, um dem vorzubeugen“, beklagt Pyman.

Deutschland vorbildlich

Als korrupteste Staaten seien die Waffenexporteure Russland, Israel und China einzustufen. Die korruptesten Waffenimporteure seien Indien, Singapur, die Türkei, Saudi Arabien und Thailand. Währenddessen steht Deutschland ganz gut da. So sei Deutschland neben Australien der Gruppe A (sehr geringe Korruptionsrisiken)  zuzuordnen. Offenbar zahlt sich hier die parlamentarische Kontrolle der Rüstungs- und Verteidigungspolitik durch den Bundestag aus.

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