Symbolischer Schritt: Gruppe von PKK-Anhängern will offenbar Waffen niederlegen

Eine Gruppe von rund 100 Anhängern der Terrororganisation PKK soll eine symbolische Niederlegung ihrer Waffen und bereits im kommenden Frühjahr den Rückzug aus türkischem Gebiet planen. Das Vorhaben steht in Zusammenhang mit dem kürzlich von der türkischen Regierung wieder aufgenommenen Friedensverhandlungen.

Einem Bericht der türkischen Zeitung Hürriyet zufolge befänden sich gerade Mitglieder des türkischen Geheimdienstes MİT und hochrangige PKK-Anhänger, darunter auch Sabri Ok, prominentes Mitglied des europäischen Flügels der PKK, in gemeinsamen Gesprächen, die mit den gerade wieder aufgenommenen Friedensverhandlungen in Zusammenhang stünden. In den kommenden Tagen, so heißt es weiter, würden sich die MİT-Mitarbeiter mit den PKK-Leuten in Arbil, der Hauptstadt der kurdischen Regionalregierung (KRG) im Nordirak, treffen, um dort die Entscheidung der Terrororganisation näher zu besprechen (mehr hier).

Dem Zeitplan zufolge würde die PKK bereits im kommenden Februar, nach einem offiziellen Aufruf des inhaftierten Führers Abdullah Öcalan erklären (mehr hier), nicht aktiv zu werden. Auf Grund der winterlichen Bedingungen werde die PKK dann im Frühjahr ihren Rückzug starten. Zunächst würden sich nur um die 100 Terroristen auf den Weg machen, nachdem sie ihre Waffen niedergelegt hätten. Begleitet werde das Ganze von NGO-Vertretern, die als Beobachter aufträten.

Die jüngste Initiative der türkischen Regierung für eine friedliche Lösung des Kurdenproblems, auch „İmralı Prozess“ genannt, ist erst wenige Wochen alt. Ende Dezember 2012 gab Premier Recep Tayyip Erdoğan bekannt, dass der türkische Geheimdienst Gespräche mit Öcalan führe. Am 3. Januar wurde er dann von den beiden Politikern Ayla Akat Ata und Ahmet Türk im Gefängnis besucht. Derzeit läuft der Antrag für eine zweite Visite. Das Ministerium hat darauf allerdings noch nicht geantwortet.

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