Wo ist Sarai Sierra? Die Türkei sucht fieberhaft nach vermisster New Yorkerin

Seit Tagen beschäftigt nicht nur die türkische Presse ein Thema: Wo ist die US-Amerikanerin Sarai Sierra abgeblieben? Die junge Frau war allein in der Türkei unterwegs. Mittlerweile ist ihre Familie angereist, um selbst nach der 33-Jährigen zu suchen. Jetzt sind Bilder einer Überwachungskamera aufgetaucht. Sie zeigen Sierra zwei Tage bevor sie eigentlich wieder nach Hause sollte.

Wie USA Today an diesem Mittwoch berichtet, gäbe es mittlerweile Bilder einer Überwachungskamera, die offenbar eines der letzten Lebenszeichen von Sarai Sierra aufgezeichnet haben. Sie zeigen die New Yorkerin allein im Gastronomiebereich einer Einkaufsmeile, ganz in der Nähe ihres gemieteten Zimmers. Zwei Tage später wollte sie eigentlich aus Istanbul in die Vereinigten Staaten zurückkehren. Die 33-Jährige trug Jeans, eine braune Lederjacke und eine Wintermütze. Die Hände vergrub sie in ihren Taschen. Ein anderes Bild zeige sie mit Ohrhörern ausgestattet eine Haupteinkaufsstraße entlang laufen.

Sarai Sierra erstmals außerhalb der USA unterwegs

Die Aufnahmen stammen vom 20. Januar. Zwei Tage, bevor Sarai Sierra wieder nach Newark fliegen und zu ihrem Mann und ihren beiden kleinen Kindern ins gemeinsame Heim in Staten Island zurückkehren wollte. In die Türkei war sie gekommen, um sich einen Traum zu verwirklichen und die Stadt zu fotografieren. Doch nun wurde daraus ein wahrer Albtraum.

Ihr Ehemann Steven Diaz-Sierra und Bruder David Jimenez gaben beide an, dass Sarai noch am Tag nach den Überwachungsbildern Kontakt mit ihnen gehabt hätte. Sie sagen, es sei ihre erste Reise außerhalb der Vereinigten Staaten gewesen, aber, dass sie kein Unbehagen über ihre Situation verspürt hätte. Am vergangenen Montag sind die beiden Männer nun selbst nach Istanbul gereist, um nach ihr zu suchen und die Polizei bei den Ermittlungen zu unterstützen. Diese habe nach Angaben der türkischen Zeitung Hürryet erst am 25. Januar von ihrem Verschwinden erfahren.

Abstecher nach Holland und Deutschland

Derzeit konzentrieren sich die Behörden auf Sierras Ausflüge und die Leute, mit denen sie während dieser Zeit Kontakt hatte. Erleichtert werde ihnen das durch ihre Einträge im Internet. Die junge Mutter nutzte beispielsweise Dienste wie Instagram. So machte sie etwa am 15. Januar einen kurzen Abstecher von Istanbul nach Amsterdam bevor sie am 16. Januar weiter nach München reiste. Dort blieb sie drei Tage und kehrte am 20. zurück nach Istanbul.

Nach Angaben von Diaz-Sierra habe seine Frau über das Internet Kontakt mit einem niederländischen Tourguide gehabt, den sie in Istanbul getroffen habe. Von Yigit Yetmez, einem hiesigen Studenten an der Bilgi Universität habe sie ein Zimmer gemietet. Obschon das Viertel Beyoglu, in dem sich Sierra aufgehalten hat, als gehobenere Gegend mit Nachtleben und historischen Sehenswürdigkeiten gilt, gehöre die Komurcu Zeynel Straße, wo sie gewohnt hat, doch zu den gefährlicheren Ecken. Der Bezirk ist die Heimat von Immigranten, vor allem Roma und Afrikaner. Darüber hinaus ist er für Heroin-Geschäfte und Prostitution bekannt.

Mehr zum Thema:

Lebenszeichen von Cüneyt Ünal: In Syrien vermisster Kameramann taucht im staatlichen TV auf
Tod in den USA: Zwei Türkinnen am Lake Powell entdeckt
Skandal in der Kunstszene: Mehr als 200 Kunstwerke aus staatlichem Kunstmuseum Ankara verschwunden


Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.